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03.05.2021

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Backstein in der Schwebe

Andachtsraum im Flughafen Berlin-Brandenburg von gmp


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Lautsprecherdurchsagen, Turbinenlärm und hastende Menschen: Ruhe und Besinnlichkeit sind auf Flughäfen, den Orten von Wiedersehen und Abschied, schwer zu finden. So ist es nicht verwunderlich, dass Kapellen dort eine wichtige Funktion erfüllen. So wurde auch der im Oktober 2020 eröffnete Flughafen Berlin Brandenburg (BER) mit einem Andachtsraum ausgestattet. Das von gmp geplante, architektonische Kleinod befindet sich in Terminal A und ist für alle zugänglich. Die symmetrische Anlage besteht aus einem quadratischem Eingangsraum, von dem aus zu beiden Seiten jeweils zwei Vorräume mit anschließender Cella abgehen. Dabei handelt es sich zur Linken um eine christliche Kapelle und zur Rechten um einen interreligiösen Andachtsraum.

Wie von gmp in den Visualisierungen von 2011 angedacht, bilden flachformatige, gebrannte Ziegel eine einheitliche Materialität für Boden, Wand und Gewölbe. Indirekt beleuchtete Oculus-Fenster markieren den oberen Abschluss der schwerelos erscheinenden Konstruktionen. Bestärkt wird dieser Eindruck durch weißes Licht, das zwischen den schmalen Fugen der Gewölbedecken hervordringt und die Lage inmitten eines Flughafens völlig vergessen lässt. Diesen Effekt erzielen die Planer*innen durch eine außen liegende, aufwendige Stahlkonstruktion, von der jeder Stein einzeln abgehängt ist.

Die Innenausstattung fällt dezent aus. Ein Bronzekreuz und ein Quadrat im Weltkreis in Gold- und Bronzetönen markieren zur Orientierung die Vorräume. Zur minimalen Ausstattung gehört zudem ein vergoldetes Taufbecken der Berliner Künstlerin Uli Aigner und ein von gmp-Projektleiter Hans-Joachim Paap entworfener Altar.    
 
Text: Ida Rewicki

Fotos: Marcus Bredt


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Kommentare

4

Genius_loci | 04.05.2021 02:37 Uhr

Stille mit Stil

Natürlich wäre es schön gewesen, wenn die äußere (oder besser: innere) Archaik auch mit einer einfachen Konstruktion einhergeht. Ich bin mit aber sicher, dass die Lage mitten in einem Flughafenkomplex diverse Herausforderungen und Zwänge mit sich brachte, die bei einem sakralen Raum auf freiem Feld eben nicht bestehen. Allein die Belichtung...
Auch im Hinblick darauf finde ich das Ergebnis toll. Schön, dass man sich solche Räume immer noch leistet, allem Wirtschaftlichkeits- und Renditewahn zum Trotz.

3

Davide | 03.05.2021 19:23 Uhr

In den archaischen Steinräumen

...leuchtet es irgendwie überall zuviel.
Das levitierende Gewölbe hätte doch gereicht.

2

schlawuki | 03.05.2021 18:42 Uhr

vorbei

der satz sagt ja schon alles über die planerische qualität des projektes:

"Diesen Effekt erzielen die Planer*innen durch eine außen liegende, aufwendige Stahlkonstruktion, von der jeder Stein einzeln abgehängt ist. "

gehts noch...

1

gerard | 03.05.2021 17:57 Uhr

ausstattung?

die raeume haben qualitaet, keine frage. die ausstattung allerdings ist mehr als mager, freundlich gesagt.

altar (?) und lesepult sind gespenster, die stuehle aus der betriebsmensa, und das oberlicht ein blasses fake. ich verstehe nicht, warum fuer so ein projekt keine kuenstler eingeladen werden.

 
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Der Hauptraum der christlichen Kapelle, markiert durch ein ausgespartes und hinterleuchtetes Kreuz an der Wand.

Der Hauptraum der christlichen Kapelle, markiert durch ein ausgespartes und hinterleuchtetes Kreuz an der Wand.

Ein neutraler Andachtsraum bildet das Gegenstück zur christlichen Kapelle.

Ein neutraler Andachtsraum bildet das Gegenstück zur christlichen Kapelle.

Die Vorräume bilden eine Enfilade.

Die Vorräume bilden eine Enfilade.

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