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11.10.2019

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Drei Quader, drei Gotteshäuser

Adjaye Associates baut abrahamitisches Zentrum in Abu Dhabi


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Bis Februar diesen Jahres hatte noch nie ein Papst die arabische Halbinsel besucht. Offenbar war die Kooperation zwischen dem Westen und den ölreichen Staaten auf der Halbinsel bislang vor allem von wirtschaftlicher Natur. Angesichts der Dringlichkeit auch andere Werte zwischen den Regionen zu etablieren, beschlossen bei seinem Besuch in Abu Dhabi Papst Franziskus I. und der Scheich der Azhar, Ahmed el-Tayeb, eine Kultur des Dialogs und der Toleranz zwischen den Religionen zu etablieren. In Abu Dhabi sind aus dem Vorhaben schnell Fakten entstanden: Im Auftrag des seit dem Papstbesuch bestehenden Higher Comitee for Human Fraternity soll jetzt ein abrahamitisches Zentrum auf der Saadiyat-Insel entstehen. Adjaye Associates (London, New York, Accra) werden das interreligiöse Projekt, in dem Judentum, Christentum und Islam jeweils ein eigenes Haus gewidmet ist, bauen.

Nicht weit von einem anderen großmaßstäblichen Dialogprojekt, nämlich dem Louvre Abu Dhabi, wird die Anlage des Abrahamic Family House entstehen. Adjaye Associates wählen eine einheitliche geometrische Gebäudefigur für jedes Gotteshaus. Gleich in den Ausmaßen, unterschiedlich in der Ausrichtung, wollen die Architekt*innen mit den drei quaderförmigen Bauten die Ähnlichkeiten zwischen den drei Religionen in ihrem Entwurf ausformulieren. Das ist ein anderer Ansatz als ihn etwa Kuehn Malvezzi 2012 für das Berliner House of One wählten, die in seiner Architektur liturgische Unterschiede der Religionen sichtbar machen, dafür aber alle Gotteshäuser in einem Bau vereinen.

Adjaye Architects bleiben auch in der Ausdifferenzierung zwischen den drei Bauten abstrakt. Für jedes Haus wählen sie ein anderes Fassadenmotiv, das aber nicht eindeutig einer Religion zuzuordnen ist: Der schlanke Bogen für die Moschee, eine dichte Ansammlung schmaler Säulen für die christliche Kirche und Zacken für die Synagoge – alles vermutlich einmal in Naturstein ausgeführt.

Alle drei Gotteshäuser möchten Adjaye Associates mit einem gemeinsamen durchwegten Garten verbinden. Dieser soll ein offener Kommunikations- und Begegnungsort werden. Der Garten des Abrahamic Family House soll hingegen von einer schützenden Mauer umgeben sein. Die ganze Anlage wird also – um in der religiösen Motivik zu bleiben – ein Hortus conclusus inmitten der neu bebauten Saadiyat Insel werden. (sj)


Kommentare

8

STPH | 14.10.2019 14:38 Uhr

...

schönes Bild des Gartens als Verbindendes, der Öko, die jeweilige Vertikale nur als Binnenform.
Die Gotteshäuser besser Kante statt Deckeloptik, dadurch alles eher hängend, dem wichtigsten Beitrag der Zeltkulturen, dann steigt der Raum auf

7

g.k. | 14.10.2019 11:50 Uhr

@peter


Sagt der Bauzeitenplan schon etwas über die Qualität eines Projektes/Gebäudes aus ?

6

Stefan Frischauf | 14.10.2019 11:36 Uhr

Hat doch was.

Barrierefrei mit Rampen und vereinenden statt trennenden Elementen. Also für jung und alt ganz gleich welcher Couleur und welchen Glaubens. Im Prinzip nimmt David Adjaye ja hier das Prinzip des "Richter-Fensters", des Südquerhausfensters im Kölner Dom auf: Spiritualität und Vertiefung in räumliche Erhabenheit statt Bilderstreit und Zoff um die Deutungshoheit.

5

joscic | 14.10.2019 11:06 Uhr

Rätselraten

welche Geometrie gehört zu welcher Religion. Die Bilder sehen so aus, als ob ein paar Skizzen gleich an die Abteilung Visualisierung weitergerreicht wurden. Die üblichen Menschen in ihren verschiedenen Kostümierungen wandeln sinnlos durch die Hallen. Mir gefällt besonders die Kirche gar nicht. Ich bestehe als Katholik auf mehr Barock!

4

Lars K | 14.10.2019 10:07 Uhr

Lieber Peter,

Sie können übrigens jederzeit spenden für das House of One in Berlin. Dann geht es da noch schneller voran - und ganz ohne Stockschläge...

3

mawa | 13.10.2019 00:44 Uhr

@peter

Dass der Tiefbau schon seit Monaten läuft, haben Sie aber mitbekommen?

2

ixamotto | 12.10.2019 19:15 Uhr

@peter

dass in abu dhabi schneller fakten geschaffen werden, als in Berlin, davon ist auszugehen. Da gibt's ja auch ordentlich auf die fußsohlen, wenn jemand aus dem pöbel einwände äussert. was für ein absurder vergleich...

1

peter | 12.10.2019 00:28 Uhr

wichtiger denn je

hoffen wir, dass in abu dhabi schneller fakten geschaffen werden als in berlin, wo im jahr 7 nach dem wettbewerbsgewinn noch nicht einmal eine grundsteinlegung stattgefunden hat - von einer fertigstellung ganz zu schweigen.

 
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Ein Garten mit einer nahezu labyrinthischen Wegeführung verbindet alle drei Gotteshäuser und schafft Orte der Kommunikation.

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