Grande Dame der Postmoderne
15 Buchtipps zum 95. Geburtstag von Denise Scott Brown
Übermorgen feiert Denise Scott Brown ihren 95. Geburtstag. Mit Learning from Las Vegas, das 1972 in Zusammenarbeit mit ihrem Mann Robert Venturi und Steven Izenour erschien, schrieb sie Architekturgeschichte. Man könnte unendlich viel über ihre Lebensleistung sagen – über ihre Rolle als Architektin, Theoretikerin, Publizistin und Fotografin. Unser Geburtstagsgruß zum 90. und ein langes Interview mit ihr in BauNetzWOCHE#327 von 2013 seien hiermit zur Lektüre empfohlen.
In den letzten Jahren konnte Scott Brown miterleben, wie die Postmoderne zum Gegenstand einer breiten wissenschaftlichen Auseinandersetzung und differenzierten Würdigung wurde. Nach dem Brutalismus sind nun also „die 80er“ dran, mit frischem Blick neu entdeckt zu werden. Die vielen Bücher zu diesem Thema bezeugen das mehr als eindrucksvoll. Die Bandbreite reicht vom Nachspüren postmoderner Ansätze in der späten DDR über ausführliche Gebäudemonografien bis zur eindrucksvollen Publikation von Scott Browns Fotografien unter dem Titel Encounters im letzten Jahr.
Der ästhetische Überschuss der Postmoderne irritiert bis heute immer wieder. Dass ihre Fassadengestaltung so manchen funktionalen Kompromiss forderte, ist bekannt. Doch in Zeiten von ökonomisch getriebenem Pragmatismus, einer Renaissance des seriellen und modularen Bauens sowie dem Fokus auf diverse technische Zertifizierungen, schadet es sicherlich nicht, sich die Verspieltheit und den Unernst des postmodernen Gestaltens nochmals genauer anzusehen. Zum halbrunden Geburtstag von Scott Brown haben wir deshalb 15 Buchtipps der letzten Jahre herausgesucht, die zur Auseinandersetzung mit der Postmoderne in all ihren Facetten einladen. (gh)
Teaser: „Venice Den. S. Marco“, Denise Scott Brown auf dem Markusplatz (circa 1956), aus dem Buch „Encounters. Denise Scott Brown Photographs“, Lars Müller Publishers, Zürich 2025. Foto: Robert Scott Brown



















