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Sanierung der Orang-Utan- und Drill-Anlage im Münchner Tierpark Hellabrunn

Ein einzigartiges Naturparadies inmitten des Landschaftsschutzgebietes der Isarauen in München: der Tierpark Hellabrunn. Bereits seit über 100 Jahren widmet sich der Zoo der faszinierenden Welt der Natur und spiegelt diese Begeisterung in modernsten zoologischen Anlagen wider. Mit der Sanierung des Besucherbereichs der Orang-Utan- und Drill-Anlage im vergangenen Jahr lockt der Tierpark nun Besucher zu einer erlebnisreichen Begegnung mit dieser vom Aussterben bedrohten Affenarten. Die Sanierung folgte einem anspruchsvollen architektonischen Konzept, das dem natürlichen Lebensraum der exotischen Tiere nachempfunden ist und ein wenig Dschungel-Flair in den Besucherbereich zaubert.
 
Anspruchsvolles Gestaltungskonzept für das Affenhaus
Der „Bahnhofshallen-Charakter“ soll weg, sagte Rasem Baban, Direktor des Tierparks und gelernter Architekt, im Vorfeld der Sanierung. „Die neue Umgebung soll den natürlichen Lebensraum der Tiere widerspiegeln.“ Besucher müssen erkennen können, woher die Drill-Affen und Orang-Utans stammen und welchen Bedrohungen sie ausgesetzt sind. Entsprechend wurde ein architektonisches Gestaltungskonzept entwickelt, das den Raum zum Erlebnis macht mit interaktiven Elementen, Lerntafeln und einer inspirierenden Innenarchitektur, die dem Dschungel nachempfundenen ist.
Für das neue Raumerlebnis wählte der ausführende Architekt und stellvertretende Leiter der technischen Abteilung im Tierpark Hellabrunn Radim Rozehnal naturnahe Materialien. Neben viel Holz besteht die Verkleidung des Raums vor allem aus Linoleum. „Linoleum ist einer der ganz wenigen Beläge, die man sowohl für die Wände und den Boden als auch für die Gestaltung der Sitzelemente verwenden kann“, begründet Rozehnal seine Materialwahl, die auf Forbo Marmoleum in vier Naturtönen fiel. Die unterschiedlichen Nuancierungen wecken Assoziationen an die natürliche Umgebung der exotischen Affenarten und verweisen auf die enge Verbindung von Natur und Marmoleum. Marmoleum besteht aus bis zu 98 % natürlichen Rohstoffen; davon sind 73 % schnell nachwachsend. Der Recyclinganteil von CO2-neutral hergestelltem Forbo Linoleum liegt bei 43 %.
Zudem garantiert extrem strapazierfähiges Linoleum den Anforderungen der täglichen Besucherströme standzuhalten und auch nach jahrelanger Nutzung das gepflegte Erscheinungsbild nicht zu verlieren. Insgesamt wurden zirka 700 qm verbaut - auf dem Boden, den Sitzgelegenheiten und an den Wänden. So verschmelzen die verschiedenen Elemente miteinander und erzeugen in ihrer der Natur nachempfundenen Farbigkeit eine ganz besondere Atmosphäre, die vor allem durch das bewusst schummrige Licht sehr stimmungsvoll wirkt.
 
Handwerkliche Herausforderung für Innenausbau und Bodenverlegung
Die handwerkliche Umsetzung dieser architektonisch anspruchsvollen Aufgabe in der knappen zur Verfügung stehenden Zeit war eine Herausforderung für die ausführenden Betriebe. In enger gewerkeübergreifende Zusammenarbeit realisierten die Schreinerei Köberlein aus Fahrenzhausen den Innenausbau und die Roland Wölfl GmbH aus Neufahrn die Verlegung. So entstand im gelungenen Zusammenspiel von naturnaher Innenarchitektur und innovativer Innenraumgestaltung dieses außergewöhnliche Raumkonzept, das dem Besucher einen Eindruck vom Lebensraum der beiden Affenarten vermittelt - dem tropischen Regenwald.
Tierparkdirektor Rasem Baban zeigt sich zufrieden: „In der Reihe unserer Tierhäuser ist ein weiterer wunderbarer Ort zum Lernen und Entdecken entstanden.“
 
Objektdaten:
Objekt: Münchener Tierpark Hellabrunn, Sanierung der Orang-Utan- und Drill-Anlage
Architekt: Radim Rozehnal (ebenfalls Stellvertr. Leiter Techn. Abteilung Tierpark Hellabrunn, München)
Innenausbau: Schreinerei Köberlein GmbH & Co. KG, Fahrenzhausen
Bodenleger: Roland Wölfl GmbH, Neufahrn
Material: Forbo Linoleum
Marmoleum Fresco, 3252 sparrow
Marmoleum Fresco, 3246 shrike
Marmoleum Fresco, 3254 clay
Marmoleum Fresco, 3874 walnut
Alle Fotos: Matthias Groppe, Paderborn