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Profil

Die Schulanlage Auen in Frauenfeld, Schweiz.

Vier geometrisch gestaltete, nahezu gläserne Kuben verteilen sich über die großzügigen Grünflächen des Geländes in Frauenfeld. Fast scheinen die vier sockellosen Konstrukte über der Erde zu schweben. „Bemerkenswert nach 1959“, urteilt der Denkmalschutz nicht grundlos; die Schulanlage Auen ist ein kultur- und architekturhistorisch wichtiges Baudenkmal für die Schweiz: Alfons Barth und Hans Zaugg werden zur Solothurner Schule gezählt; einer losen Gruppierung von Architekten, der auch Fritz Haller, Franz Füeg und Max Schlup angehörten. Sie prägten die Nachkriegsarchitektur des Landes nachhaltig.



Realisiert wurde das Gebäudeensemble „Schulanlage Auen“ in mehreren Etappen: Bis 1969 schufen Barth und Zaugg drei der kubischen Objekte – ein Schulhaus, eine Turnhalle und ein kleineres Werkgebäude. Fast 25 Jahre später konnten die Architekten es noch selbst um ein zusätzliches, kleineres Schulgebäude ergänzen. Nach einem weiteren Vierteljahrhundert stand nun erneut eine Revitalisierung an: Für die moderne schulische Nutzung musste die Anlage kapazitiv sowie technisch erweitert werden. Einige Räume wurden reorganisiert, Eingangshalle, Aula und Bistro neu erstellt, die bestehende Zweifachturnhalle zur Dreifachturnhalle vergrößert.


 
Lindner realisierte dabei Teile des Innenausbaus. Weiße Lindner Wandbekleidungen und Deckenelemente ergänzen das offene, freundliche Ambiente der Schule. Sie werden stellenweise von Elementen in Bordeaux und von Trägern in dunklem Anthrazit unterbrochen – in der Schulanlage Auen werden schlichte Formen und Farben großgeschrieben. Durch die Glasfassade der kubischen Bauten fällt viel Tageslicht in die Räume. Lindner Glastrennwände und Oberlichter sorgen dafür, dass es sich über Raumgrenzen hinweg ausbreiten kann. Für die Oberlichter in den Klassenzimmern im Bestand wurde damals unter anderem Drahtspiegelglas verbaut, das heute aufgrund der Verletzungsgefahr nicht mehr verwendet werden darf. Deshalb entschied man sich hier für eine spezielle Ätzung. Die aufwendige Glasbearbeitung der Lindner Glaselemente realisierte ein italienischer Handwerksbetrieb. Die geätzten Oberlichter sind zusätzlich mit Sonderausbauchsicherungen verstärkt und nach den Vorgaben der schweizerischen „Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen“ (VKF) brandschutzgeprüft.



Lindner Metalltrennwände sorgen für räumliche Abtrennung und ergänzen die weißen, pulverbeschichteten Metallheiz- und -kühldecken sowie die Einhängedecken. Letztere sorgen für angenehme Temperaturen und akustische Optimierung und gewährleisten so eine angenehme Lernatmosphäre. Sämtliche Wand- und Deckensysteme sind außerdem mit Brand- und Schallschutz ausgestattet. Dabei wurden alle Anforderungen an den Denkmalschutz beachtet: Fast alle Decken- und Wandpaneele sind Unikate – dank des millimetergenauen Aufmaßes konnte Lindner die Paneele um die Träger herum konstruieren. Die Turnhalle wurde bis auf die Stahlträger komplett abgebaut, von einer 2-fach zu einer 3-fach Turnhalle erweitert und schließlich mit einer ballwurfsicheren Kühldecke von Lindner ausgestattet. Dadurch sind angenehme Temperatur und Sicherheit beim Sport gewährleistet.