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Gewerkeübergreifende Bauteillösung mit ift-Prüfsiegel

Offene Grundrisse, raumhohe Verglasungen für maximalen Tageslichteinfall, schwellenlose Übergänge zu Balkonen oder Terrassen: Was für die einen Luxus darstellt, ist für andere eine Notwendigkeit. Barrierefreies Bauen macht Menschen das Leben leichter, stellt Planer und Architekten jedoch oftmals vor eine komplexe Aufgabe. Denn werden Anschlüsse zum Außenbereich ohne Schwelle realisiert, ergeben sich bautechnische Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich ihrer funktionstüchtigen Abdichtung. Weil hier weitere Faktoren, wie Brandschutz, Feuchte- und Wärmeschutz, Schallschutz oder Entwässerung, miteinbezogen werden müssen, ist diese nur mit einer gewerkeübergreifenden Bauteillösung zu bewältigen. Für ein zuverlässiges Zusammenwirken aller Komponenten sowie entsprechende Planungssicherheit gab es bisher kein geprüftes System. Triflex bietet nun als erster Hersteller am Markt eine ift- geprüfte Lösung für unterschiedliche Baukörperanschlüsse bei Fenstern und Türen, die sich auch für barrierefreie und schwellenlose Konstruktionen eignet.
 
Bisher galt: Türschwellen mit einem unteren Anschlag von weniger als 2 cm wurden als barrierefrei betrachtet. Weil dies jedoch nicht der Realität entspricht und selbst eine solch niedrige Schwelle etwa für Menschen mit Sehbehinderung, Gehhilfe oder Rollstuhl ein großes Hindernis darstellt, wurde in die aktuelle DIN 18040 (Norm für Barrierefreies Bauen) aufgenommen: Barrierefrei ist, sofern nicht anders umsetzbar, nur ein schwellenloser Türübergang. Was vorher eine Sonderlösung war, wird damit als Regelfall gefordert.
 
Die Planung bodentiefer Fenster und Türen:
Eine Rechnung mit vielen Faktoren

 
Um für Fenster oder Türen mit schwellenlosem Übergang zum Außenbereich eine geeignete Abdichtung zu finden, ist vieles zu beachten: Welche Untergründe liegen vor? Was für ein Wandaufbau ist vorhanden, ist beispielsweise ein Wärme-Dämm-Verbundsystem vorgesehen? Um was für ein Fenster handelt es sich (Dreh-Kipp-Element, Schiebetür o. ä.) und wie ist es um die Ausstattung bestellt? Planer und Architekten müssen hier eigene Detaillösungen entwickeln, die auf den individuellen Anwendungsfall angepasst sind. An der Schnittstelle verschiedener Bauteile sind in der Umsetzung dann die verarbeitenden Gewerke zu koordinieren, damit die Ausführung fehlerfrei abläuft. Denn wird die Abdichtung unsachgemäß vorgenommen, ist der Weg frei für die Feuchtigkeit, die wiederum zu ernstzunehmenden Schäden an der Baukonstruktion führen kann.
 
Komplexe Regelwerksituation
 
Bei der individuellen Lösungsfindung sind die allgemein gültigen Regelwerke jedoch nur bedingt eine Hilfe, da es keine Einheitlichkeit bei den Definitionen gibt. So ist in der DIN 18040 von „barrierefreien Türschwellen” die Rede, in der DIN 18531 von „niveaugleichen Übergängen”, in der Flachdachrichtlinie von „barrierefreien Übergängen” und in der DIN 18533 von „niveaugleichen Schwellen” bzw. „barrierefreien Hauseingängen und Terrassentüren”. Hinzu kommt, dass die Normen jeweils für unterschiedliche Einsatzbereiche gelten (Türen oder bodentiefe Fenster bei Balkonen, Laubengängen und Terrassen oder erdberührenden Bauteilen wie Hauseingänge). Auch wenn die Anforderungen dort dieselben sein mögen, können doch die erforderlichen Maßnahmen variieren. So verlangt etwa die Flachdachrichtlinie neben der Abdichtung mit Flüssigkunststoff oder Folien zusätzlich den Einbau eines Entwässerungssystem, um nur ein Beispiel zu nennen. Die Regelwerksituation ist undurchsichtig und macht ein einheitliches Vorgehen bei der Planung solcher Details kompliziert.
 
Erste ift- geprüfte Bauteillösung von Triflex
 
Für die sichere Realisierung bodentiefer Anschlüsse hat Triflex sich mit Partnerunternehmen aus den Bereichen Entwässerung, Wärmedämmung, Anschlussbänder und Fenstersysteme zusammengetan und als erster Hersteller am Markt eine Abdichtungslösung mit Flüssigkunststoff entwickelt. Diese wurde durch das Institut für Fenstertechnik (ift), Rosenheim, gemäß der Richtlinie MO-01/1 erfolgreich geprüft. „Das Prozedere, einen geeigneten Prüfablauf gemeinsam mit dem ift Rosenheim zu finden, war fordernd. Es ging schließlich nicht darum, ein bestimmtes Bauteil zu prüfen, sondern das Zusammenspiel vieler verschiedener Bauteile auf den Prüfstein zu stellen“, sagt Slava Schmidt, technischer Berater bei Triflex. Die Anforderungen waren dabei wesentlich höher als die, die in der realen Anwendung eintreten. So erfolgte zum Beispiel die Wasser- und Druckbeaufschlagung direkt auf die Abdichtung. Im eingebauten Zustand dagegen werden die Anschlüsse überdämmt, überputzt oder durch einen Rinnenkörper überbaut.    
 
Damit steht nun mit dem Abdichtungssystem Triflex ProDetail, ein erfolgreich geprüftes System zur Verfügung, das seine Eignung als Sonderlösung, auch bei einer reduzierten Fügebreite von ≥ 3 cm auf den seitlichen Blendrahmen, unter Beweis stellt.“ Die Flüssigabdichtung auf Basis von Polymethylmethacrylat verfügt über eine elastische Spezialvlieseinlage, wodurch sich das Material wie eine zweite Haut selbst um komplexe Geometrien legt.
 
Durch das ift Rosenheim geprüft wurden folgende Parameter:

  • Schlagregendichtheit im Neuzustand und nach Belastung bis
600 Pa (angelehnt an die DIN EN 1027 „Fenster und Türen – Schlagregendichtheit” (09/2016)
  • Stauwasserdichtheit im Neuzustand und nach Belastung über eine Dauer von 120 Minuten
  • Temperaturwechselbelastung von +60 °C bis -15 °C
  • Dauerfunktion (drehen, schließen, kippen) mit 10.000 Zyklen
  • Widerstand gegen Windlast mit einer Druck- Sog-Wechselbelastung bei +-1.000 Pa und einer maximalen Verformung von 3,1 mm
Die Prüfung wurde mit reduzierten Fugenbreiten von ≥ 3 cm im Bereich des seitlichen Blendrahmens vorgenommen. Das Ergebnis: Zu keinem Zeitpunkt kam es zu einem Feuchtigkeitseintritt auf der Innenseite der Tür bzw. Fensters. Die Bauteillösung hält selbst extremen Belastungen wie Starkregen und Sturmböen mit der Windstärke 11 problemlos stand.
 
Auch Haftung und Kompatibilität auf unterschiedlichen Materialien belegt
 
Das Triflex-Abdichtungssystem wurde zusätzlich hinsichtlich seiner Haftung auf elf unterschiedlichen, für diesen Bereich bautypischen Untergründen begutachtet und geprüft. Die Untersuchung umfasste die Haftfestigkeit an unbelasteten Proben, nach Temperaturwechselbeanspruchung, nach Licht- und Feuchtelagerung sowie die Verträglichkeit mit angrenzenden Baustoffen. Das Detail- Abdichtungssystem erfüllte dabei alle Anforderungen. Zusätzlich
konnte die Zunahme der Haftung auf den Probekörpern nach
Belastung (entspricht der Alterung) beobachtet werden.
Neben den bautypischen Untergründen ist die Haftung auf und Kompatibilität des Abdichtungssystems mit vielen verschiedenen schlagregendichten Fensterfolien geprüft und nachgewiesen worden. Dies ist entscheidend, da diese Kombination im unmittelbaren Belastungsbereich funktionieren muss.   
 
„Dem reproduzierbaren Standard einen Schritt näher“
 
„Unsere Lösung gibt allen Beteiligten, sowohl auf der planerischen als auch der verarbeitenden Seite, einen klaren Leitfaden zur Detailkonstruktion an die Hand und bietet ihnen geprüfte Sicherheit“, schließt Slava Schmidt. „Durch die Bauteilprüfung rückt die Sonderlösung einen Schritt näher an den Status eines reproduzierbaren Standards heran. Architekten, Planer und Projektentwickler bekommen durch das Prüfsiegel die Sicherheit, dass die aufeinander abgestimmten Komponenten langfristig und nachhaltig das Gebäude vor eindringender Feuchtigkeit schützen.“