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Profil

Live Connection zwischen der BIM-Software Archicad, Rhinoceros 3D und Grasshopper

Bereits in der Entwurfsphase eines Gebäudes beschreiben eine Fülle von Parametern das Bauwerk, seine Konstruktion, Funktionalitäten und räumliche wie strukturelle Abhängigkeiten. Dieses Geflecht von Zusammenhängen möglichst einfach abzubilden und das Gebäude hin auf ein Optimum zu konzipieren, ist Ziel des parametrischen Entwerfens. Vor allem bei der zügigen Erstellung von Entwurfsvarianten, erleichtert ein parametrisches Modell die Entscheidung des Architekten. Dieser Mehrwert wird für Vorentwurfs- und Entwurfsplanungen genutzt, in denen die Varianten dazu dienen, das Planungsergebnis konsequent zu optimieren.    
Beim parametrischen Entwerfen werden verschiedene geometrische Objekte assoziativ so miteinander verknüpft, dass die Abhängigkeiten durch Algorithmen (Programmcodes) darstellbar sind. Doch nur sehr selten ist der Architekt auch ein Programmierer und in der Lage, solche Programmcodes zu lesen oder gar zu schreiben. An dieser Stelle setzen die Softwarelösungen Rhinoceros 3D, in der Tech-Branche „Rhino 3D“ genannt, und Grasshopper an. Beide sind gängiger Industriestandard mit hoher Verbreitung und Akzeptanz und in Archicad über eine Direktanbindung (Live Connection) eingebunden.
 
Rhino 3D ist ein NURBS-basiertes (Kurven und Flächen) Modellierungswerkzeug, mit dem sich Freiformen entwerfen lassen. Genutzt wird es unter anderem im Industriedesign oder für das parametrische Entwerfen von Architektur. In Verbindung mit Grasshopper, das eng an Rhinoceros 3D gekoppelt ist, lassen sich über sogenannte „Nodes“ (Knoten) Beziehungen zwischen einzelnen Parametern und dem zu entwerfenden Bauteil definieren. Jeder Node steht für einen Algorithmus mit einer bestimmten Funktionalität. Mehrere Nodes können nacheinander geschaltet werden, um verschiedene Parameter im gleichen Bauteil zu verändern. Programmierkenntnisse sind hierbei nicht erforderlich, ein Grundverständnis für die Arbeitsweise von Grasshopper und Rhino 3D jedoch schon.
 
Mit der Version 22 bietet Archicad eine bidirektionale Verbindung zwischen Archicad, Rhino 3D und Grasshopper. Ein zuvor in Rhino 3D erstelltes Modell lässt sich mit ihr direkt in Archicad öffnen. Laufen Rhino 3D und Grasshopper parallel auf dem Rechner, können dank der Life Connection sämtliche Änderungen in Echtzeit in allen drei Anwendungen nachgeführt werden. In Grasshopper veränderte Parameter zeigen sich beispielsweise sofort im geöffneten Modell in Archicad und Rhino 3D oder umgekehrt. Dank der Life Connection sind in Rhino 3D modellierte 3D-Objekte wie gewohnt als Archicad-Objekte verwendbar. Der Nutzen der bidirektionalen Arbeitsweise liegt vor allem in der schnellen Erstellung komplexer Geometrien oder auch Geometrievarianten. Durch die Live Connection an Rhino 3D und Grasshopper kann ein 3D-Bauteil (z.B. eine Fassade) bei der Anpassung von Parametern in Archicad eingebunden bleiben und behält alle seine Bauteilinformationen – unabhängig von der Änderung einzelner Parameter.