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https://www.baunetz.de/herstellernews/Mit_Fluessigkunststoff_unter_Fremdbelag_abdichten_5412928.html

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Als „Sandwich“-Schicht kommt der Abdichtung unter Fremdbelägen eine wesentliche Bedeutung zu. Durch seine speziellen Eigenschaften ist Flüssigkunststoff auf Basis von Polymethylmethacrylat (PMMA) dafür besonders geeignet. Zertifizierte und langjährig praxiserprobte Harze bleiben auch bei ständiger mechanischer Belastung durch das nachfolgende Flächengewicht funktionstüchtig.
 
Wie der Fremdbelag beschaffen sein soll, richtet sich nach der vorgesehenen Nutzung, z. B. bei Flachdächern. Diese sind in die Kategorien ungenutzt und genutzt unterteilt. Bei genutzten Dächern kommt immer häufiger eine Begrünung zum Einsatz. In diesem Fall muss die Abdichtung nicht nur dem Flächengewicht des aufliegenden Pflanzensubstrates standhalten, sondern auch der Wurzel- und Rhizomenbildung. Bei ungenutzten Dächern mit Dämmung stehen andere Anforderungen im Vordergrund. Der konventionelle Aufbau eines Wärmedachs sieht vor, dass die Abdichtung auf die Dämmung appliziert wird. Anschließend kann beispielsweise eine Kiesschüttung folgen. Bei Umkehrdächern befindet sich die Dämmung über der Abdichtung, so dass deren Last dauerhaft unbeschadet getragen werden muss. Als Regelwerke sind hier die Fachregel für Abdichtungen bzw. die Flachdachrichtlinie des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks – Fachverband Dach-, Wand-, und Abdichtungstechnik zu beachten. Darüber hinaus gelten die Regeln der DIN 18531 „Dachabdichtungen für nicht genutzte Dächer“. Die Norm gibt Leitlinien für die Planung sowie die Ausführung von Abdichtungen u. a. mit flüssigen Kunststoffen bei Neubauten oder Instandhaltungsmaßnahmen vor. Genutzte Dächer sind Teil der DIN 18195 für „Bauwerksabdichtungen“. Zusätzliche Sicherheit für begrünte Dächer geben die im Prüfverfahren der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e. V. (FLL) erfolgreich getesteten Produkte. Die Prüfung belegt deren Wurzel- und Rhizomenfestigkeit.
 
Beläge auf Balkonen, Terrassen und Laubengängen
 
Auf Balkonen, Terrassen und Laubengängen werden hauptsächlich Estrich oder fest verklebte Fliesen verwendet. Auch lose verlegte Holzdielen oder Platten auf Splittbett bzw. Stelzlagern als obere Aufbauten kommen vor. Somit muss die Abdichtung beispielsweise chemischer Belastung durch Fliesenkleber oder mechanischer Belastung durch den punktuellen Druck von Plattenlagern standhalten. Zahlreiche filigrane Details wie Geländerstützen oder Ablaufsysteme für Regenwasser sind in die Abdichtung einzubeziehen. Besondere Ansprüche stellen Fenster und Türen. Hier geben die Regelwerke eine Anschlusshöhe von 15 cm über dem Fremdbelag vor, damit keine Feuchtigkeit in die Konstruktion bzw. in Innenräume eindringen kann. Bei Übergängen von flüssig aufzubringenden Dachabdichtungen auf bahnenförmige Stoffe sind diese gemäß DIN 18531-3 mindestens 10 cm zu führen.
 
Flüssigkunststoffe erfüllen verschiedene Anforderungen
 
Für die Abdichtung in Kombination mit verschiedenen Baustoffen haben Flüssigkunststoffhersteller wie Triflex spezielle Systeme entwickelt. Bei Umkehrdächern bilden Spezialharze wie PMMA eine nahtlose Abdichtungslage unter der Wärmedämmung. Auf Wurzel- und Rhizomenfestigkeit geprüft, ist die Lösung mit flüssigem Material ebenfalls eine Langzeit-Alternative zu Bitumen-, Kunststoff- oder Elastomerbahnen auf begrünten Dachflächen. Im Fall von Balkonen, Terrassen und Laubengängen sind die Systeme auch unter losen Belägen wie Holzpaneelen und Steinplatten langzeitsicher dicht. Dank der Alkali- und Hydrolysebeständigkeit können PMMA-Abdichtungen unter Beton, Estrich oder mineralischen Belägen eingesetzt werden. Die Abdichtungsharze halten mechanischen, chemischen und thermischen Belastungen stand. Den Einflüssen durch Niederschlag, Frost, Schnee und UV-Strahlung trotzen sie dauerhaft. Dank elastischer Vliesarmierung nehmen die Systeme Bewegungen sowohl aus dem Untergrund als auch aus den weiteren Funktionsschichten schadlos auf. Durch das geringe Flächengewicht können Flüssigkunststoffe auf Altabdichtungen aufgebracht werden, ohne die Statik negativ zu beeinflussen. Daher ist ein Abriss in den meisten Fällen nicht erforderlich. Kurze Reaktionszeiten ermöglichen einen schnellen Baufortschritt. Das ausgehärtete Material bildet eine naht- und fugenlose Oberfläche. Da die Systeme bei Untergrundtemperaturen bis 0 °C verarbeitbar sind, können sie auch bei wechselhaften Witterungsbedingungen ausgeführt werden. Die abschließende Nutzschicht sorgt für ausreichende Widerstandsfähigkeit und Verschleißfestigkeit gegenüber dem aufliegenden Belag.
 
Gemeinsam zur richtigen Lösung
 
Da die Anforderungen anspruchsvoll und die Lösungen für Abdichtungen unter anderen Belägen vielfältig sind, empfiehlt sich eine genaue Abstimmung von Planern, Verarbeitern und Herstellern. Flüssigkunststoff-Anbieter wie Triflex schulen Fachbetriebe in der Anwendung der Produkte. Zudem beraten die Mitarbeiter über den Einsatz der Systeme und unterstützen mit Leistungsverzeichnissen. Bei Auftragserteilung durch den Bauherrn an ausführende Handwerker erfolgt die Lieferung der Materialien auf die Baustelle. Vor Ort begleiten Anwendungstechniker bei der Ausführung.