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Geschickte Farbmischung im Rathausquartier von Kamp-Lintfort

Die Gestaltung hochwertiger Räume, eine sehr gut angepasste Maßstäblichkeit sowie die Betonung einer neuen Freiraumstruktur und -qualität in der Innenstadt: Das waren die Anforderungen an die Neugestaltung des Rathausquartiers im Zentrum der Stadt Kamp-Lintfort unweit von Duisburg. Die Architekten von scheuvens und wachten entwarfen zusammen mit scape Landschaftsarchitekten ein Konzept, das Aufenthaltswert sowie Flächen für eine größtmögliche Flexibilität zur Nutzung des Rathausplatzes für Veranstaltungen schafft. Das Material Klinker spielt dabei eine wichtige Rolle. Dieses verbindet bestehende Areale mit dem zentralen rot gepflasterten Platz über einen Mix verschiedener Farbverläufe aus unterschiedlichen Hagemeister-Sortierungen, zusammengesetzt aus „Atlanta“, „Arktis“ und „Friesland“.
 
Anfang der 1980er-Jahre entstand das Rathaus in der niederrheinischen Stadt Kamp-Lintfort. Gleichzeitig wurden der fast zwei Hektar große Vorplatz und die angrenzende Geschäftspassage neu entwickelt sowie ein markanter bis zu 16-geschossiger Wohnblock namens „Bunte Riesen“ erbaut. Die Frequentierung des Bereichs war damals wie heute sehr hoch: „Anfangs noch mit dem Schwerpunkt Einzelhandel hat sich das Angebot in der Geschäftspassage am Rathaus zunehmend in Richtung medizinische Dienstleistungen gewandelt. Die Sparkasse und das Rathaus sind zusätzliche, viel besuchte Anlaufstellen. Auch wenn die große Wohnanlage mittlerweile abgerissen wurde, hat das innerstädtische Wohnen im Rathausquartier nach wie vor eine große Bedeutung“, sagt Arne Gogol vom Planungsamt der Stadt Kamp-Lintfort.


Zukunftsfähiges Nutzungskonzept


Ziel der Umgestaltung waren die Schaffung einer neuen Aufenthaltsqualität und größtmöglicher Flexibilität zur Nutzung des Platzes für verschiedene temporäre Veranstaltungen. Mit dem Abriss der „Bunten Riesen“ ergab sich die Chance, das Quartier als wichtigen Ort für das öffentliche Leben der Stadt Kamp-Lintfort neu zu definieren. Zentrales Element ist der Rathausplatz mit dem Rathauspark. Mit einer großzügigen Rasenfläche entsteht hier ein grüner Ruhepol in Zentrumsnähe. Freiraummöbel auf einer Betonfläche vor dem Rathaus bieten zudem Platz zum Sitzen bzw. Liegen und werden zum attraktiven Treff- sowie Aufenthaltspunkt. Die Aufwertung der Freiräume betont die Bedeutung des Gebäudes, das so zum Impulsgeber für das gesamte Quartier wird.
 
Cleverer Klinker-Mix
 
Vor der umfassenden Umgestaltung wandelte man im Quartier auf unscheinbarem Standard-Betonsteinpflaster mit einem geringen Anteil an Natursteinpflaster. Für die neuen Bewegungsflächen verwendeten die Architekten einen Pflasterklinker-Mix von Hagemeister: die hellgraue Sortierung „Atlanta“, der dunkelgraue Stein „Arktis“ und der friesisch-rote Klinker „Friesland. Die Nutzung des nachhaltigen Baustoffs hat am Niederrhein Tradition. Weitere Aufenthaltsflächen wurden mit zum Teil großformatigem Betonsteinpflaster-Platten gestaltet. „Die unterschiedlichen Elemente zonieren den ca. zwei Hektar großen öffentlichen Raum in Bewegungs-, Aufenthalts- und Multifunktionsflächen. Ein besonderes Highlight ist die Gestaltung des Geschäftsbereichs am Rathaus. Hier wurde vom anthrazitfarbenen Prinzenplatz zum roten Klinkerpflaster am Rathausplatz ein mehrfarbiges Pflasterband geschaffen“, erläutert Gogol. Die roten Hagemeister-Ziegel in der Rathauspassage, verlegt im Läuferverband, unterstreichen die Linearität des Raums. Durch das Einmischen dunklerer und hellerer Klinkersteine entsteht eine Art Teppichmuster. Der Pflasterfarbmix wurde weich fließend vom reinen roten Verband zum farblich durchmischten Verband der Passage angepasst. So wird der Eingang in die Rathauspassage besonders inszeniert.
 
Erstklassige Qualität
 
Die Anforderung an die neue Bodengestaltung war klar. Diese sollte belastbar und für den innerstädtischen Lieferverkehr auch befahrbar sein. Der Pflasterklinker hebt die Bewegungsflächen und somit auch Wegebeziehungen hervor. „Wir sind mit der Qualität des Hagemeister-Klinkers sowie der Möglichkeit entsprechend vielfältige Farben herzustellen, sehr zufrieden“, resümiert Gogol.


Projektdaten
Architektur: scheuvens + wachten plus planungsgesellschaft mbh, Dortmund mit scape Landschaftsarchitekten GmbH, Düsseldorf Bauherr: Stadt Kamp-Lintfort, PlanungsamtBauausführung: Loock GmbH, Kleve
Klinker: Mix aus Atlanta, Friesland und Arktis
Format: 210 x 71 x 71 mm
Gepflasterte Fläche: ca. 6.000 m²

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