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Profil

Zirkuläres Bauen: Lindner zeigt mit geschlossenen Produktkreisläufen wie es geht

Als Komplettanbieter für den Innenausbau inklusive eigener Entwicklung, Fertigung, Planung und Ausführung von Systemprodukten und Ausbauleistungen beschäftigt sich die Lindner Group schon seit gut 30 Jahren mit nachhaltigem, ressourcen- und energieeffizientem Bauen.
Dies beginnt bei Lindner bereits in der stetigen Optimierung von Produktionsanlagen und Fertigungsprozessen sowie der Wahl von umweltschonenden, „gesunden“ Materialien und geht über in möglichst flexible, rückbaubare Ausbaulösungen und Systeme. Diese werden in verschiedenen Produkt- und Materialkreisläufen wiederverwendet bzw. weitergeführt. Um hier Kunden, Investoren und Bauherren Mehrwert zu bieten und den Weg zum zirkulären Bauen zu vereinfachen, erarbeitete die Lindner Group gemeinsam mit Forschungspartnern verschiedene Miet- und Rücknahmeoptionen im Sinne von zirkulären Geschäftsmodellen.

Kreislauffähiger Mieterausbau: vom Planspiel zur Praxis
Im Rahmen der Fördermaßnahme ReziProK (Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Innovative Produktkreisläufe) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und dem Projekt „RessProKA“ ging Lindner in einem Konsortium mit dem Betriebswirtschaftlichen Institut für Abfall- und Umweltstudien (BIFAS) und dem Institut für Infrastruktur-Wasser-Ressourcen-Umwelt (IWARU) der FH Münster der Frage nach: „Wie können Bauprodukte in Gewerberäumen möglichst lange im Kreislauf gehalten werden?“ In Planspielen mit Partnern aus Architektur, Projektentwicklung und Immobilienbranche wurden verschiedene Szenarien durchdacht und diskutiert. Basis war hier der klassische Gewerbe-Mieterausbau: Stetig wandelnde Nutzerbedürfnisse sowie Mieterwechsel führen zu häufigen Umbauten in kurzen Zeitabständen, oftmals in weniger als zehn Jahren. Dabei verfügen die verwendeten Bauprodukte und Materialien über eine weitaus längere technische „Lebenszeit“, bei einer NORTEC Doppelbodenplatte liegt diese z. B. bei rund 50 Jahren und mehr.

Die Ergebnisse: Mieten statt Kaufen geht auch im Innenausbau
Gemeinsam mit den Projektpartnern entwickelte Lindner einen gesamtheitlichen Ansatz: Der Innenraum als Einheit mit modularen Elementen für Decke, Boden, Wand. Bei einem Mieterwechsel bleiben die Systemprodukte im Gebäude, lediglich mit einer Neuanordnung/Gestaltung durch Architekten und Gebäudebetreiber. So wird bei der 1:1 Wiederverwendung weder Energie für den Transport noch für die Entsorgung und Herstellung neuer Bauprodukte benötigt. Ist dies nicht möglich, werden die Produkte zurückgenommen, überprüft und aufbereitet, um anschließend in einem anderen Gebäude verbaut zu werden (Weiterverwendung).

Decke, Boden, Wand und Türen als 2nd Use
Bereits jetzt bietet Lindner eine Rücknahme von gebrauchten Bodenplatten an. Die aufbereiteten Platten in 2nd Use verfügen dabei über die gleichen bauphysikalischen Eigenschaften, aber mit einer ca. 75 % verbesserten CO2-Bilanz. Der Wiederverwendungsansatz wird ebenso für Trennwand- und Deckensysteme sowie Holztüren verfolgt. Ausschlaggebend hierfür ist ein modulares Produktdesign mit einheitlichen Abmessungen, ergänzt um individuelle bauliche Anpassungen. Am Ende des Lebenszyklus als Produkt können die Materialien sortenrein getrennt, recycelt und in den Materialkreislauf zurückgeführt werden.


Weitere Informationen:
https://www.lindner-group.com/de_DE/kompetenzen/green-building/-zirkulaeres-bauen/reused-products-wiederverwendbare-produkte/
 
 Video:  „Wege des Zirkulären Bauens mit Lindner"