https://www.baunetz.de/herstellernews/Digitales_Architekten-Aufmass_als_Grundlage_einer_modellbasierten_Planung_7789786.html

Lange war das qualifizierte Aufmaß die Domäne spezialisierter Ingenieurinnen und Ingenieure in den Vermessungsbüros. Das ändert sich nun, denn Laserscanner sind heute deutlich günstiger, als noch vor 10 Jahren und ein exaktes Aufmaß ist direkt durch den planenden Architekten möglich – der es anschließend in seine BIM-Planungssoftware überführt. Je nach Ausstattung und Hersteller sind professionelle Geräte ab 16.000 EUR erhältlich. Hinzu kommt eine Software, die die Aufmaßdaten (Punktwolken) referenziert und für die Übergabe ins büroeigene Planungsprogramm vorbereitet. Sie kann angemietet werden und belastet das eigene Budget nur punktuell. Darüber hinaus lassen sich bei Dienstleistern bundesweit für einen oder mehrere Tage Laserscanner mieten, was die Kosten bei gelegentlichen Aufmaßen überschaubar hält. Alexander Maier von zeit + raum aus Mainz vermietet und verkauft Scansysteme. Er unterscheidet dabei nach der Komplexität der Scanaufgabe und Einsatzspektrum. Grundsätzlich kommen Punktwolken-Laserscanner zum Einsatz. Hierbei wird zwischen mobilen oder stationären Kleingeräten, Laser-Scannern auf Stativen und Flugdrohnen mit integriertem LiDAR-Scanner unterteilt.
Das Architekturbüro steffen wurster aus Bolanden leiht seit Jahren Laserscan-Systeme bei zeit + raum. Für Steffen Wurster sind vor allem die Genauigkeit des Aufmaßes und der stetige Abgleich zwischen Entwurfs- und Bestandsmodell bei seiner Planungsarbeit die größten Vorteile. Bei komplexen Projekten bietet es sich außerdem an, Zwischenaufmaße durchzuführen. Konsequent bis in die Ausbaugewerke fortgeführt, erhalten die Planenden dann ein komplettes Aufmaß, das aus einer Vielzahl von Ebenen besteht und die gebaute Situation exakt abbildet. Im Gebäudebetrieb lassen sich diese Daten nutzen, um „hinter die Wandverkleidung“ zu schauen und so Leitungen, Schächte, Stützen
oder Unterzüge virtuell sichtbar zu machen.
Für die Bauherren, das stellen Alexander Maier und Steffen Wurster heraus, bieten ein Laserscan-Bestandsaufmaß und das baubegleitende Aufmaß daher vor allem im späteren Betrieb große Vorteile. Weitere Aufklärungsarbeit ist trotzdem nötig, weiß Steffen Wurster: „Der Nutzen des Bestandsaufmaßes und des Gebäudemodells steht beim Bauherrn bisher nicht im Vordergrund. Sicher wird sich das in den kommenden Jahren ändern. Aktuell ist es aber vor allem für uns wichtig – und das nicht nur bei Sanierungsvorhaben. Für Neubauten verwenden wir es genauso, um beispielsweise die Umgebung oder Außenanlagen digital aufzunehmen. Ergänzende Sonnenstandstudien lassen sich daraus ebenso leicht erarbeiten; wir können in unserer Software Archicad modellieren und die umgebende Bebauung, Bäume oder die Topographie direkt in den Entwurf einbinden. Die nötigen Daten sind ja mit dem digitalen Aufmaß einfach da. Also nutzen wir sie!“