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Die "Kita am Gleis" in Berlin

Entlang der Gleise im Osten von Berlin-Schöneberg, nahe dem U-Bahnhof Yorckstraße und dem Gleisdreieckpark wurde 2019 mit dem „Neu-Schöneberg“ ein neues Stadtquartier fertiggestellt: 50.000 Quadratmeter Fläche, 296 Wohnungen und eine Kita. Ihre raum-atmosphärische Gestaltung, helle Holzmöbel und Blau als dominierende Farbfamilie sorgen dafür, dass sich die Kinder wohlfühlen – und sich jederzeit intuitiv orientieren können. Für die Wickelbereiche wurden blaue Duschwannen von Bette zu maßgefertigten Waschtischen umfunktioniert.
 
Zwischen gründerzeitlicher Bebauung und den Bahngleisen liegen die sieben Wohnkomplexe, die vom Berliner Architekturbüro Collignon Architektur & Design geplant und realisiert wurden. Daran angrenzend, im Süden des neuen Stadtquartiers, steht mit der „Kita am Gleis“ ein deutlich kleineres Gebäude mit L-förmigem Grundriss, das Platz für 33 Kinder bietet. Fassade, Grundriss und Innenraum wurden von den Berliner Architekten Jason Danziger (thinkbuild architecture) und Erhard An-He Kinzelbach (KNOWSPACE) gestaltet.
 
Innerhalb des Quartiers ist die Außenfassade der Kita ein besonderer Eyecatcher, denn sie ist im Erdgeschoss bis zur Oberkante der Türzarge als Tafel gestaltet. Die detailreichen Zeichnungen des Künstlers Chrisse Kunst sind allerdings nicht nur als dekoratives Element gedacht, sondern können von den Kindern mit Kreide fortgesetzt und bunt ausgemalt werden. So erstrahlt die Außenfassade bei gutem Wetter in farbenfrohen, wechselnden Motivwelten.
 
Auch die innenarchitektonische Gestaltung lebt von ihrer Farbigkeit: „Ich arbeite in meinen Projekten grundsätzlich sehr intensiv mit Farben“, erklärt der Architekt Jason Danziger. Für die „Kita am Gleis“ wurde die NCS-Farbtonfamilie R90B verwendet, die sich aus unterschiedlichen Blautönen zusammensetzt. Die Beschränkung auf eine einzige Farbfamilie fördert räumliche Kohärenz und wirkt beruhigend auf die Kinder. „Alle Farben im Projekt beziehen sich auf diese graublaue Farbfamilie. Alle anderen Farben bringen die Kinder durch ihre Kleidung oder ihr Spielzeug mit in das Gesamtkonzept ein“, erläutert er.
 
Farbwechselfelder in kindgerechter Höhe
Projekt- und Schlafräume, Spielzimmer und alle weiteren Räume sind mit maßgeschneiderten, hellen Holzmöbeln ausgestattet, die Danziger zusammen mit Erhard An-He Kinzelbach entworfen hat. Sie bilden einen warmen Kontrast zur blauen Wandfarbe. Die polygonalen Formen der Holzmöbel werden in farbigen Formen auf den Fenstern und Scheiben wiederaufgegriffen. Für die Kinder entsteht so eine Atmosphäre, in der sie sich aufgehoben fühlen.
 
Nahezu jede Wand ist zweifarbig gestaltet und wechselt in horizontaler Linie oberhalb 1,40 Meter ihre Farbe. Da die Kinder aufgrund ihrer geringeren Körpergröße diese Höhe nicht überschreiten, wirkt das Gebäude durch den regelmäßigen Farbwechsel niedriger auf sie. Zusätzlich hilft ihnen die spielerisch eingesetzte Farbigkeit bei der Orientierung innerhalb des Gebäudes.
 
Der Eingangsbereich, die sogenannte Piazza, ist der einzige Raum mit weniger Farbe – hier ist die Wand im oberen Feld ausschließlich Grau. Dafür hat das Foyer aber eine andere Besonderheit: Trotz seiner zurückhaltenden Farbigkeit kommuniziert die Raumarchitektur hier besonders stark und nimmt eine zentrale Rolle innerhalb der raum-atmosphärischen Gestaltung ein. Der Grundriss ermöglicht hier drei unterschiedliche Sichtachsen, die alle den Blick ins Freie zulassen. Das sorgt dafür, dass die Kinder in das Foyer kommen und sich sofort orientieren können. Ihr Blick wird entweder geradeaus durch die Kita in den Garten, nach links durch das Gebäude ins Freie oder nach oben gelenkt. Durch ein Bodenfenster im Obergeschoss und das in der Verlängerung liegende Dachfenster sehen die Kinder direkt in den Himmel.
 
Wohlfühlambiente beim Zähneputzen und Wickeln
Bei der Gestaltung der drei Sanitär- und Wickelräume legten die Architekten viel Wert auf natürliches Licht und ästhetisch ansprechende Sanitärprodukte: „Das soll ein Ort der Freude sein, an dem sich Kinder gerne aufhalten. Körperreinigung, Wickeln und alles rund um das Thema Wasser soll hier spielerisch wahrgenommen werden, die blaue Farbe – passend zum Gesamtfarbkonzept des Hauses – hilft dabei“, erklärt Danziger. Über den Wickeltischen sind beispielweise Innenfenster in die Wand eingelassen: So wissen die Kinder jederzeit, wo sie sich befinden und sind weiterhin mit der Gruppe verbunden.
 
Für die Waschtische auf den Wickeltischen waren Danziger und Kinzelbach auf der Suche nach einer passenden Farbe, die sich nahtlos in die blaue Farbfamilie integriert. Fündig wurden sie bei dem Delbrücker Badspezialisten Bette, dessen Produkte sie bereits seit einigen Jahren erfolgreich einsetzen. „Die bermudablaue Duschwanne von Bette hat perfekt zur ausgewählten Farbfamilie und dem hellen Holz der Wickelkommode gepasst. Also haben wir anstelle von Waschtischen einfach die 28 Zentimeter tiefen Duschwannen umfunktioniert, für den Fall, dass bei den Kleinen mal etwas schiefgeht“, lacht Danziger.
 
Die farbliche Integration der Duschwannen in das restliche Farbschema beruhigt die Kinder und macht den Wickelbereich zu einem Teil des Ganzen. „In unseren Architekturprojekten geht es nicht darum, einzelne Objekte zu akzentuieren, sondern die aufeinander abgestimmten, einzelnen Bausteine sollen sich in eine stimmige Gesamterscheinung verwandeln. Diesen Aspekt nenne ich ‚aktive Atmosphäre‘“, so Danziger. 
 
Maßgefertigte Duschwannen mit zusätzlichem Hahnloch
Mit ihrer Abmessung von 80 x 75 cm haben die drei BetteDelta Duschwannen eigentlich ein klassisches Standardmaß. Sven Rensinghoff, Marketingleiter von Bette erklärt, warum die Duschwannen für die „Kita am Gleis“ trotzdem maßgefertigt wurden: „Schon allein ihre Farbigkeit macht die blauen Duschwannen zu Maßanfertigungen. Dazu kommt aber noch, dass wir auf Wunsch der Architekten bei zwei Duschwannen ein Hahnloch in den Wannenrand gebohrt haben, damit eine schwenkbare Armatur installiert werden konnte, mit der die Kinder abgeduscht werden.“ Dafür wurden in der Bette Manufaktur vor dem farbigen Glasurbrand die Hahnlöcher in die Titan-Stahl-Rohlinge gebohrt und anschließend der Korrosionsschutz aufgetragen.
 
„Bette habe ich schon in anderen Kita-Projekten eingebaut und bin immer sehr zufrieden gewesen. Außerdem wusste ich, dass sich mein kleiner Extrawunsch mit den Hahnlöchern dank des Herstellungsprozesses bei Bette problemlos realisieren lässt“, schmunzelt Jason Danziger.