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Undichte Fugen im Fußballstadion mit Triflex in Topform gebracht

Bereits wenige Jahre nach der Einweihung des neu gebauten Aachener Sportstadions Tivoli musste das Bauwerk aufgrund von Undichtigkeiten saniert werden. Der Betreiber, die Aachener Stadion-Beteiligungsgesellschaft (ASB), gab die Instandsetzung in Auftrag.
 
Zunächst stellte sich die Abdichtung der Dehnungsfugen an den Tribünen, die mit einem flexiblen Dichtstoff auf Polyurethan-Basis ausgeführt worden war, als schadensanfällig heraus. Zudem führten Flankenabrisse zum Beton und Risse in der Abdichtung zu Eindringen von Niederschlagswasser in die unter den Rängen befindlichen Businessbereiche und Technikräume. „Teilweise hatten wir hier ein bis zwei Zentimeter Wasser stehen“, beschreibt Bernhard Deil, Geschäftsführer der ASB, die Situation. Schnelle Abhilfe war gefragt, durchfeuchtete Trockenbauwände mitsamt Dämmung mussten ausgetauscht werden.
 
BayArena als Vorbild
 
Die ASB wandte sich zunächst an die Firma Massenberg, Experte für Betoninstandsetzung. Diese wies als Referenz eine Sanierung in der BayArena vor, von der sich die ASB vor Ort ein Bild machte. Die Arbeiten im Leverkusener Stadion wurden mit Flüssigkunststoff-Produkten von Triflex ausgeführt. Aufgrund des überzeugenden Ergebnisses entschied man sich auch in Aachen für ihren Einsatz. Denn im Gegensatz zu starren Fertigprofilen, die als Alternative im Raum standen, lässt sich Flüssigkunststoff besser auf den stufenförmigen Untergrund applizieren. „Ein weiterer Vorteil ist, dass wir für ihre Montage keinen großen Eingriff in die Substanz vornehmen mussten“, erläutert Eylin Hellriegel, zuständig für die technische Leitung und Architektur bei der ASB. „Das war auch aus brandschutztechnischen Gründen relevant.“
 
Spezielle Lösung für anspruchsvolle Details
 
Die Abdichtungsarbeiten an den Tribünen des Tivoli wurden mit dem vliesarmierten Detail Abdichtungssystem Triflex ProDetail ausgeführt. Das Produkt auf PMMA-Basis schmiegt sich wie eine zweite Haut selbst an komplexe Geometrien an und haftet vollflächig. Dank Spezialvlieseinlage, die in zwei Schichten des flüssigen Harzes eingebettet wird, bewahrt das Material trotz witterungsbedingten Ausdehnungen seine Elastizität und ist dynamisch rissüberbrückend. Weil es außerdem schnell aushärtet, werden Sperrzeiten auf ein Minimum reduziert.
 
Sanierung Schritt für Schritt
 
2018 begann abschnittweise die Neuabdichtung, zunächst an den rund 1.000 lfm Dehnungsfugen an der Tribüne auf der Westseite des Stadions. Anwendungstechniker von Triflex berieten das Team von Massenberg vor Ort bezüglich der bestmöglichen Umsetzung. Anschließend folgte Anfang 2020 die Abdichtung der 1.500 lfm Dehnungsfugen an der Südtribüne mit Stehplätzen. Hier war zudem eine farbliche Gestaltung gefragt, da sich dieser Tribünenteil in der Vereinsfarbe Gelb präsentiert. „Mit der Beschichtung im Ton Rapsgelb von Triflex haben wir ein Ergebnis erzielt, das den Vereinsfarben sehr nah kommt und optisch überzeugt“, bestätigt Eylin Hellriegel. Darüber hinaus kam das Detail Abdichtungssystem auch an diversen Anschlüssen im Tribünenbereich zum Einsatz: „Überall dort, wo wir Undichtigkeiten festgestellt haben, haben wir punktuell nachbessern lassen“, sagt Bernhard Deil.
 
Die Fugenabdichtung an der Ost- und Nordseite des Stadions ist geplant und wird zeitnah folgen, die Sanierung soll in diesem Bereich voraussichtlich 2021 abgeschlossen sein.
 
Langlebige Lösung auch für Details am Dach
 
Doch auch im Bereich der Dachkonstruktion zeigten sich Probleme. „An den 64 Beton-Stützpfeilern gab es am Übergang zur Dachkonstruktion aus Metall keine Abdichtung. Man war ursprünglich nicht davon ausgegangen, dass dort Feuchtigkeit hingelangt, aber Wasser findet seinen Weg“, erklärt Architektin Eylin Hellriegel. „Im Inneren des Betons kann es zu Korrosionen im Stahl kommen, was letztlich sogar die Statik beeinträchtigt.“ Geschäftsführer Bernhard Deil fügt hinzu: „Sicherheit ist für uns nicht diskutierbar, da haben wir als Betreiber eine Verpflichtung den Menschen gegenüber und sind in der Verantwortung.“ Gemäß VDI 6200 „Standsicherheit von Bauwerken – Regelmäßige Überprüfung“ wird das Tivoli alle fünf Jahre von einem Statiker begutachtet. Als dieser an den Stützpfeilern einen für das verhältnismäßig junge Alter des Bauteils fortgeschrittenen Materialverschleiß feststellte, war für die ASB klar: Hier muss gehandelt werden.
 
Mit Triflex ProDetail wurde nachträglich im Übergang von Stahlkonstruktionen zu Stützpfeilern abgedichtet. „Besonders in der Sanierung spielt das System seine Stärke aus, da man die Anschlüsse nicht zurückbauen muss“, so Deil. „Auch, dass das Produkt im Übergang zwischen unterschiedlichen Werkstoffen problemlos genutzt werden kann, war ein Argument für diese Lösung.“
 
„Triflex hat sein Versprechen in Vertrauen umgesetzt“
 
Mit dem Zwischenergebnis der Abdichtungsarbeiten ist man bei der ASB zufrieden. „Wasser ist der Tod eines jeden Gebäudes, deswegen ist rechtzeitiges Handeln gefragt. Ein Schutzmantel muss geschaffen werden. Das ist mit der Neuabdichtung aus Flüssigkunststoff geglückt“, sagt Geschäftsführer Bernhard Deil und resümiert: „Triflex hat sein Versprechen in Vertrauen umgesetzt.“
 
Objektdaten:
Projekt: Tivoli Stadion, Heimspielstätte der Alemannia Aachen
Bauherr: Aachener Stadion-Beteiligungsgesellschaft (ASB), Aachen
Ausführung/Bauleitung: Massenberg GmbH, Köln / Julian Heyer (M. Eng.)
Fläche: ca. 5.000 lfm (Tribünenbereich)
Untergrund: Beton
Abdichtung: Triflex ProDetail
Projektzeitraum: 2018 bis voraussichtlich 2021