Wohngarage Platz 5

Umnutzungspotenziale eines Berliner Parkhauses

Anna Dienberg, Luis Schrewe / Technische Universität Berlin
In der heutigen Zeit werden die Nachteile der in den 60er Jahren noch für fortschrittlich gehaltenen autogerechten Stadt immer deutlicher und stellen die Städte vor ganz neue klimatische Herausforderungen. Dadurch wird der städtische Raum, der bisher dem Individualverkehr diente, plötzlich neu verteilt. Als Herzstück der autogerechten Stadt werden somit auch Parkhäuser in Stadtzentren überflüssig. Die Transformation zu einer postfossilen Stadt sollte sich demnach auch mit den Potentialen dieser monofunktionalen Strukturen auseinandersetzen. Parkhäuser speichern darüber hinaus enorme Mengen an Ressourcen und Energie, die sinnvoll weitergenutzt werden können.

Mit unserem Entwurf stellen wir eine beispielhafte Umnutzung eines Parkhauses vor. Anhand der aktuellen Wohnungsnot in Berlin bietet sich eine Umnutzung in Wohnraum an. 

Zunächst haben wir rund 30 innerstädtische Parkhäuser im Berliner Ring besucht und analysiert. Wir entschieden uns für das IHZ-Parkhaus, welches sich in direkter Umgebung des S-Bahnhofes Friedrichstraße befindet. Durch seine Splitlevel-Bauweise und der dicht bebauten und prominenten Umgebung eignet es sich als Grundlage für unseren Entwurf. Um Ressourcen zu schonen basiert unser Entwurfskonzept allein auf einer Subtraktion vorhandener Baustruktur, die innerhalb der Regeln der bestehenden Konstruktion funktioniert, sodass mit Ausnahme der Kerne aus Recyclingbeton kein neues tragendes Material hinzugefügt werden muss. Durch Entfernen des mittleren Gebäudestreifens entstehen zwei neue Riegel, die durch die bestehende Parkrampenstruktur miteinander verbunden werden. 
Im oberen Teil der beiden Gebäudekörper finden insgesamt 24 gemeinschaftlich genutzte Wohnungen Platz, die unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. Die Privatzimmer sind nach außen ausgerichtet, während sich die Gemeinschaftsräume zum kommunikativen Zentrum, dem Hof und den Rampen, orientieren. Vier Erschließungskerne ermöglichen einen schnellen, barrierefreien Zugang in jede Wohnung und auf den gemeinsamen Dachgarten. Im Erdgeschoss befindet sich ein Bike Port mit einer Selbsthilfewerkstatt und einem Fahrradshop sowie eine kollektive Werkstatt und ein Veranstaltungsraum für die Hausgemeinschaft. Diese und die Gewerberäume an der anderen Straßenseite können von der Hausgemeinschaft zur Teilfinanzierung des Gebäudes vermietet werden. Das Parkdeck Eins ist nun eine öffentliche Fahrradgarage, die den Bedarf an Parkplätzen der Zukunft in der Dorotheenstraße auffangen soll.

Campus Masters Wettbewerb


März / April 2020

Facts

Hochschule:
Technische Universität Berlin

Lehrstuhl:
Natural Building Lab / Prof. Roswag-Klinge

Präsentation:
18.02.2020

18.02.2020

Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Wohnbauten

Software:
Archicad, Illustrator, Photoshop

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