Vernakuläre Architektur

Entwicklungsstrategien ländlicher Räume

Theresa Molle, Alexander Hopf / Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Die Hälfte der Europäer lebt auf dem Land!
 
Die Siedlungsform des Dorfes stellt die älteste und global am weitesten verbreitete Form menschlichen Zusammenlebens dar! Der Lebensraum in ländlichen Strukturen bietet also einen Erfahrungsraum, welcher der Lebenswirklichkeit eines Großteils der Menschen entspricht. Dieser ergibt sich aus der Topographie, dem Klima, der Kultur, aus Traditionen und nicht zuletzt aus dem ganz individuellen Imaginationsvermögen der Gesellschaft.
 
Das öffentliche Augenmerk liegt in jeglichem Betrachtungsraum jedoch  schon seit Jahrzehnten überwiegend auf den Städten und Großstädten. Man gewinnt den Eindruck, dass das Lebensmodell ?Dorf? überholt sei. Städte und deren Problematiken sind in allen Medien stetig präsent – Dörfer in der Regel nur in Ausnahmefällen. Gleichwohl erlebt das Dorf seit einigen Jahren eine Art Renaissance, was man inzwischen nicht zuletzt auch durch die ?Land Lust? und ?Mein schönes Land? wieder deutlich auf dem Zeitschriftenmarkt erkennen kann. Deren Inhalte zeigen jedoch, stellvertretend für die Wahrnehmung der Breiten Masse,  eine uneingeschränkt idyllisierte, idealisierte und verklärte Wirklichkeit in einer vermeintlich heilen Welt. Sie spiegeln nur marginal die Realität wieder. Die Gesamtheit der universell geltenden Elemente des dörflich-ländlichen Lebens bietet ein Modell, welches soziale Beziehungen in der direkten Umgebung bietet. Die sozialen Vorzüge des Dorfes haben in der S  tadt längst Einzug gehalten. Doch können im Umkehrschluss auch Vorteile der Stadt auf das Land übertragen werden?
 
Mit Hinblick auf soziokulturelle Veränderungen, eine abnehmende und alternde Bevölkerung und sinkenden öffentlichen Finanzmitteln, muss nach neuer Lebensqualität und Wirtschaftskraft  im jeweils spezifischen Kontext gesucht werden, um den ländlichen Raum wieder zu stabilisieren.
 
Der nähere Betrachtungsrahmen liegt hier als übertragbares, exemplarisches Beispiel auf einer dörflichen Region im südlichen Thüringer Wald. Auch die hier untersuchte Gemeinde Masserberg kämpft, analog zu vergleichbaren Gefügen, mit strukturellen Problemen. Mit ihren insgesamt fünf Ortsteilen bietet die Gemeinde individuelle Strukturen, die Ausgangspunkt und Herausforderung zugleich sind. Das Gefühl des Stillstands ist allgegenwärtig und ortsbildprägend. Die Zerstörung der Strukturen bricht nicht etwa von Außen herein, sie bricht aus deren Innersten unvermittelt hervor. Innerer Zerfall bedeutet äußeres Verschwinden!
 
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes, welches in diversen Entwürfen mündet. Basierend auf Recherchen und Analysen sind mögliche Wege erarbeitet worden, wo durch Verbesserung der Infrastruktur und Stärken der Gemeinschaft eine Wende eingeleitet werden kann.
 
Es geht primär um die Steigerung der Lebensqualität für Bewohner, die Sicherung des alltäglichen und sozialen Zusammenlebens, das damit — im besten Fall — verbundene Stoppen von Abwanderung und weiterem wirtschaftlichem Verfall.

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Facts

Hochschule:
Brandenburgische Technische Universität Cottbus

Lehrstuhl:
Lehrstuhl Entwerfen, Wohn- und Sozialbauten

Präsentation:
17.09.2015

Abschluss:
Master

Rubrik:
Städtebau

Software:
ArchiCAD

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