Urban Storage

Hybrides Lager

Juliana Knoblich / Technische Universität Berlin
Die zunehmende städtebauliche Dichte minimiert unseren Wohnraum rasant oder verwandelt zusätzliche Quadratmeter in ein absolutes Luxusgut. Neue Wohnungsbauten verfügen selten über Kellerabteile bzw. Dachböden. Gleichzeitig wird das Leben in unserer Gesellschaft immer schnelllebiger und globaler. Dieser Sachverhalt führt dazu, dass sich Self Storage Lager in unseren Wohngebieten ausbreiten, um Platz für unsere DINGE zu schaffen. Self Storage Lager beherbergen die Identität oder Aussagen über die Tätigkeit der Bewohner des angrenzenden Kiezes, trotzdem präsentieren sie sich nach Innen sowie Außen als toter Ort. Die Nutzungsfrequenz dieser Typologie ist nicht gering, trotzdem verfügt die Architektur bis jetzt über keinen Raum des Austausches oder Aufenthalts. Neben Typologien wie zum Beispiel der Shopping Mall und Einrichtungshäusern ist auch das Self Storage Lager in den letzten Jahren aus der suburbanen Peripherie in unsere Städte gezogen und profitiert somit von Zentr  alität, neuen, nachhaltigen Lieferformen und einer besseren Erreichbarkeit. Sollte eine derart große Konstruktion in unserem unmittelbaren Umfeld sich nicht besser in das soziale Stadtgefüge integrieren, um dessen urbanen Standort rechtfertigen zu können?
 
Der Entwurf sieht es vor der Nachbarschaft einen Ort für Ihre Projekte zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig als informeller Treffpunkt zu fungieren. Außerdem soll ein Ort geschaffen werden, welcher das eigene Konsumverhalten kritisch betrachtet. Das Raumprogramm verfügt über Werkstätten, in denen gebrauchte Möbel sowie Elektrogeräte wieder aufgearbeitet werden können, um dann verkauft zu werden. Somit besteht ebenfalls die Möglichkeit ausrangierte Gegenstände des eigenen Lagerbestands an die direkte Nachbarschaft abzugeben.
 
Der Entwurf schafft eine hybride Typologie des Lagers bei der der im Erdgeschoss aufgenommener Rundgang über eine Rampe in den fünf Regelgeschossen um die Skulptur des Lagers zirkuliert. Auf dem Weg nach oben durchläuft man auf jedem Geschoss eine „soziale“ Station, die sich wie eine weiche, sich öffnende Hülle über den effizienten Kern des Gebäudes legt. Jedes Lagergeschoss verfügt über Balkone die über die offene Erschließungszone mit den sozialen Funktionen des Gebäudes kommunizieren. Diese haben die Funktion, sich mit seinem Lagerbestand auseinanderzusetzen zu können und gegebenenfalls Dinge an das direkte Umfeld abzugeben.  Bereits aus dem Straßenraum wird die verschobene Stadtebene durch die transparente Fassade im Bereich der Rampen als öffentlicher Raum sichtbar. Ebenfalls dient die öffentliche Zwischenzone als klimatische Pufferzone zwischen beheizten Räumen und dem Außenraum.

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Facts

Hochschule:
Technische Universität Berlin

Lehrstuhl:
FGVANR / Prof. Jacob Van Rijs

Präsentation:
16.10.2018

Abschluss:
Master

Rubrik:
Verkauf und Präsentation

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