Student Centre Kaunas

Landmark architecture - Statdidentität stiftend oder zerstörend?

Isabel Seefeldt, Steven Kleßen / Beuth Hochschule für Technik
Ziel dieser Arbeit war der Entwurf eines hochschulübergreifenden Studierendenzentrums in der zweitgrößten Stadt Litauens sowie eine kritische Auseinandersetzung zum Thema "landmark architecture".

Der Entwurf soll sowohl auf die typischen litauischen Traditionen als auch auf die aktuellen Entwicklungen des Landes eingehen und somit ein Aushängeschild für die Stadt, auch im Hinblick auf internationale Kooperationen, darstellen. Gestaltungsprägend sowohl für Fassade als auch für den Innenraum ist das sinnbildlich aus dem Holzkubus herausgeschnitzte umlaufende Fensterband. Es soll an das traditionelle litauische Holzhandwerk erinnern. Das Fensterband verläuft spiralförmig um das Gebäude herum gen Himmel und symbolisiert zugleich den Aufschwung Litauens als auch das Aufstreben der jungen Studierenden.

Städtebauliche betrachtet wendet sich der Entwurf von der vorherrschenden zentrischen Situation ab, die das Gebiet durch seine barock anmutende Fächerstruktur aufweist, und erklärt die fehlgeschlagenen Planungen der 1920er endgültig für abgeschlossen.

Auf Grundlage der städtebaulichen Formfindung und des daraus resultierenden quadratischen Baukörpers ergibt sich zunächst die Typologie eines kompakten Atrium-Systems. Darauffolgend wird die gebäudeprägendste Nutzung der Hörsäle, in ihrer Urform als Amphitheater, in dem Baukörper rund um ein Atrium angeordnet. Drehung und Dezentralität des Atriums ermöglichen ein Angebot an diversen Raumgrößen und ergeben im Inneren spannende Raumeindrücke.
Auf ca. 6.000m² besticht das Gebäude durch seine große Nutzungsvielfalt und die optimale Ausnutzung der verfügbaren Flächen. Neben mehreren Lern- und Arbeitsräumen für die Studierenden sowie vier Hörsälen, verfügt das Student Centre über eine innovative digitale Werkstatt, eine kleine Fachbibliothek, Sport- und Veranstaltungsräume, eine Cafeteria mit Verbindung zum Freien sowie Rückzugsmöglichkeiten im Gebäudeinneren und auf der großzügigen Dachfläche. Das repräsentative Foyer bietet die Möglichkeit öffentlichkeitswirksamer Ausstellungen oder Empfänge und lockt somit auch hochschulexterne Nutzer an.

Die gewählte Hybridbauweise vereint in sich die Vorteile verschiedener Bauteile und Baustoffe. Die Holztafelelemente der Außenwände erweisen sich als energie- und flächensparendes Leichtbausystem während die tragende Stahlbeton-Skelettkonstruktion große Spannweiten mit verhältnismäßig geringen Querschnitten ermöglicht.

Vertikale Holzlamellen umhüllen den Baukörper und dienen zugleich als großflächiger Sonnenschutz. Das spiralförmige Fensterband spiegelt das im Inneren vorherrschende Motiv der Tribünen und Treppen wider und macht die innere Raumabfolge nach außen sichtbar.

Die Städtebauliche Gegebenheiten, die verwendeten ortstypischen Baumaterialien und traditionellen Konstruktionsweisen sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Umgebung binden das Student Centre Kaunas als potentielles Landmark an den Kontext und betonen somit die Einzigartigkeit des Ortes.

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Facts

Hochschule:
Beuth Hochschule für Technik

Lehrstuhl:
Prof. Dipl. Ing. Petra Vondenhof-Anderhalten / Prof. Dipl. Ing. Hans-Christof Ernst

Präsentation:
02.12.2019

Abschluss:
Master

Rubrik:
Hybride Nutzung

Software:
ArchiCAD 3D, Adobe Photoshop

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