Strang Studios

Adaptive Umsetzung eines Industriedenkmals

Johannes Irmen, Bastian Landgraf / Technische Universität Berlin
Das Industriedenkmal Strang gehört neben dem ehemaligen Direktionsgebäude zu den einzigen Baurelikten des Mitte des 19. Jahrhunderts gegründeten Aachener Hüttenvereins. Die große Herausforderung bei der Umnutzung und Reaktivierung ungenutzter Baudenkmäler liegt in dem Erhalt charakteristischer Raumproportionen, Materialien und Oberflächen sowie dem Anspruch, zugleich einer zeitgemäßen, energetischen Ertüchtigung zumindest ansatzweise gerecht zu werden. Der Entwurf zielt darauf ab heterogene Nutzer aus Sozial & Kultur, kreativer Arbeit sowie Technologie & Forschung unter dem Dach der Industriehalle zusammenzuführen, den Austausch untereinander zu fördern und Synergien in der räumlichen Nutzung und interdisziplinäre Kommunikation entstehen zu lassen. Dadurch können fachübergreifende Kompetenzen entstehen und individuelle Ansichten ausgetauscht werden. Die Halle selbst wird zum öffentlichen Stadtraum, der durch unterschiedlich dimensionierte Einbauten je nach Anforderung der Nutzer gegliedert und strukturiert wird. Die Einbauten spielen sich dabei in einer Haus-in-Haus-Lösung vom Bestand frei. In der Halle entsteht ein reger Austausch zwischen Besuchern und Nutzern.

Die, der Halle immanenten Aura, muss dazu unbedingt erhalten bleiben, da ihre Wirkung von den Veränderungen, die das Gebäude in seiner Lebzeit bereits durchwandert hat, erzählt. Diese Ausstrahlung tritt materiell in Farbigkeiten, Ausbesserungen am Mauerwerk, die Patina der metallenen Oberflächen und viele weiteren Merkmalen hervor.

Sie werden im Entwurf auf unterschiedliche Weise berücksichtigt, indem sie entweder hervorgehoben oder übersetzt werden. Darin liegt das Bestreben, die historische Bedeutung der Werkhalle zum Ausdruck zu bringen, um den Fortbestand des Wertes und der Atmosphäre sicherzustellen. Die typologischen Merkmale sollen fortbestehen, während sich das Wesen der Halle verändert.

Die Halle ist eine schwellenlose Schnittstelle und Nutzfläche für alle, die in ihr arbeiten oder sie nur besuchen. Sie ist ein multifunktionaler und generischer Raum, der seine spezifische Funktion lokal über die jeweils umgebenden, ihr untergeordneten Einbauten erhält. Die Einbauten sind aus einer einheitlichen Materialität und verfolgen baulich ein übergeordnetes und verbindendes System, haben jedoch räumlich unterschiedliche Ausdehnungen und Bezüge zur umgebenden Halle. So sind die Einbauten alle Skelettkonstruktionen aus seriell angeordneten Holzrahmen, welche unterschiedlich ausgefacht sind.  Die Einbauten gliedern die Halle in vier Zonen und sind in ihrer Programmatik an die Nutzergruppen angepasst.

Der räumliche Umgang mit dem Bestand ist von einer pragmatischen Herangehensweise geprägt. Die Einbauten heben sich in ihrer weichen Materialerscheinung und Haptik deutlich vom harten und rauen Bestand ab und teilen zugleich seine tektonischen Eigenschaften. Dadurch entsteht ein ganzheitlich Gefüge, in dem jedem Raum eine gerechte Bedeutung zu Teil wird.

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Facts

Hochschule:
Technische Universität Berlin

Lehrstuhl:
Prof. Jan Kampshoff

Präsentation:
06.04.2018



Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
ArchiCad & Adobe

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