Stadthäuser in Frankfurt

Steinernes Vorderhaus und Hölzernes Hinterhaus

Johannes Theodor Berzau / Karlsruhe Institut für Technologie
Die gründerzeitlichen Quartiere sind bis heute in unseren Städten mit die beliebtesten zum Wohnen, Leben und Arbeiten. Ausgehend von dieser historischen Referenz sollte in der hessischen Metropole Frankfurt inmitten eines stark intakten Gründerzeitquartiers das Stadthaus als klassische Typologie untersucht und nach einer zeitgemäßen Antwort danach geforscht werden. Dabei ist der Schweizer Platz in Frankfurt-Sachsenhausen ein sehr beliebter städtischer Platz, um welchen sich lebenswerte Strukturen erhalten haben. Fundamentaler Aspekt der gründerzeitlichen Stadtplanung war die Gestaltung von öffentlichen Räumen. Flächen zwischen den Häusern werden nicht als Restflächen betrachtet sondern ihnen kommen als Räume der Gesellschaft besondere Bedeutung zu.

Die neuen Baukörper im Eingriffsareal sind so ausgebildet, dass nicht nur der Stadtraum zu Platz und Straße wieder repariert, sondern auch der blockinterne Raum als differenzierte Hinterhöfe ausgestaltet wird, der Aufenthaltsqualitäten anbietet. Dazu entstehen zwei Gebäude, welche sich in ihrem Grundcharakter unterscheiden und ihren jeweiligen Anforderungen gerecht werden, jedoch erst im Zusammenspiel eine differenzierte Bildung von qualitätvollen Stadträumen schaffen. Der Blockrand wird dabei als fester, Halt gebender Rahmen, betrachtet während die Häuser im Blockinneren weniger repräsentativen Anforderungen gerecht werden müssen und sich somit auch strukturell freier artikulieren können.

Während das vordere Haus dem Blockrand angehört, sollte es sich in seine nachbarschaftlichen Bestandsbauten einfügen und ist diesen entsprechend auch als steinerner Baukörper gedacht, mit Kellergeschoss und allen Wänden aus Wärmedämmziegeln. So ist bei entsprechender Bauteilstärke auch ein einschaliger Außenwandaufbau ohne zusätzliche Dämmebene möglich. Hingegen das Hinterhaus sollte als sich frei artikulierender Solitär Ateliercharakter aufweisen und ist als hölzerner Baukörper vom Erdboden leicht abgesetzt. Hier ist die gesamte Struktur aus Holz gedacht, von Rohbau und Dach bis zur Fassade und dem Innenausbau. Bei beiden Häusern kommt dem Erdgeschoss als eine dem öffentlichen Stadtraum zugewiesene Ebene eine besondere Bedeutung zu. Während ab dem ersten Obergeschoss alle Ebenen als Wohngeschosse gedacht sind, sollen im Erdgeschoss öffentliche Nutzungen unterkommen können wie Gastronomie, Geschäfte oder Ateliers.

Text von Johannes Theodor Berzau.

Campus Masters Wettbewerb


Mai / Juni 2022

Facts

Hochschule:
Karlsruhe Institut für Technologie

Lehrstuhl:
Professur Gebäudelehre Prof. Meinrad Morger

Präsentation:
19.10.2021



Abschluss:
Master

Software:
Autocad, Sketchup, Indesign, Photoshop

Weitersagen


Ergebnis erfahren

Wir informieren dich über den Ausgang des Wettbewerbs per E-Mail.