Schöne Aussicht - Belvedere Brühlsche Terrasse Dresden Platz 1

Aljona Lissek / Westsächsische Hochschule Zwickau
" ... aber die Blume wurde nicht fertig damit, sich in ihrer grünen Kammer auf ihre Schönheit vorzubreiten. Sie wählte ihre Farben mit Sorgfalt, sie zog sich langsam an, sie ordnete ihre Blütenblätter eins nach dem anderen.
Sie wollte nicht wie die Mohnblüten ganz zerknittert herauskommen. Sie wollte nicht früher erscheinen als im vollen Ornat ihrer Schönheit.
Nun ja! Sie wollte gefallen!"
("Der Kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry)
Die Brühlsche Terrasse auf der Elbseite der Altstadt Dresdens bildet mit ihren monumentalen Bauwerken ein beeindruckendes Ensemble und prägt das Stadtbild Dresdens. Das östliche Ende dieses Befestigungszugs ist eine der herausragendsten Stellen und soll nun durch einen neuen Baustein ergänzt werden, der als Veranstaltungs- und Gastronomiegebäude den ehemaligen Standort des historischen Belvederes wieder attraktiviert.
Der neue quadratische Körper besetzt diesen Ort, ohne Bindung zu den bestehenden Bauten zu suchen. Jedoch erhält der viergeschossige Solitär Deformierungen hervorgerufen durch äußere Einflüsse wie Sichtachsen, Wege und Bewegungen der dadurch angezogenen Touristen. Diagonal verdreht folgt er dem Motto "sehen und gesehen werden" und wendet sich den attraktiven Ausblicken beispielsweise Richtung Elbe und Frauenkirche zu.
Auch der fließende Innenraum setzt dieses Motto um. Er soll als Kulisse für die Selbstdarstellung dienen und die klischeehaften Vorstellungen einer Hochzeit und eines Banketts aufnehmen und zeitgemäß umsetzen. So bietet das neue Gebäude verschiedene Atmosphären in den einzelnen Geschossen, die durch die verwendeten Materialien, Farben und Möblierungen erzeugt werden und ermöglicht somit verschiedenste Veranstaltungen mit unterschiedlichen räumlichen Ansprüchen. Verbunden werden die Geschosse durch eine imposante skulpturale Treppenanlage, die Ausblicke in die Umgebung gewährt, aber auch den Auftritt jedes emporschreitenden Besuchers inszeniert.
Dieser vielschichtigen Innenwelt steht eine abgrenzende, getönte und bedruckte Glasfassade gegenüber, die den Körper zusammenhält. Sie schafft eine Einheit, verhüllt das Innere und gewährt gleichzeitig gezielte Einblicke, die Spannung erzeugen - eine Einheit, die selbstbewusst den umgebenden monumentalen Gebäuden entgegentreten kann.

Campus Masters Wettbewerb


3, 2003

Facts

Hochschule:
Westsächsische Hochschule Zwickau

Lehrstuhl:
Entwurf und Gebäudelehre, Dipl. Ing. Tobias Wenzel

Präsentation:
Juli 2003

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Entwurf und Bearbeitung in der 2D-Ebene erfolgte mit Hilfe von VectorWorks, ebenso das Erstellen des 3D-Modells, welches im Nachzug mit Cinema 4D für die Innenraumdarstellungen gerendert und mit Photoshop nachbearbeitet wurde. Da die Pläne durch ihre Liniengrafik leben, die aus den einzelnen Zeichnungen resultiert, wurde auch das Planlayout in VectorWorks erstellt.

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