SAMSON.

Ausstellungs- und Archivgebäude für die Grube Samson

Max Rubach / Bauhaus-Universität Weimar
Durch den zu Beginn des 19. Jahrhunderts auflebenden Bergbau im Oberharz entwickelte sich speziell die Grube Samson in Sankt Andreasberg zu einem der bedeutendsten Silberbergwerke Deutschlands. Die noch heute vollständig erhaltenen Gebäude über der Grube entstanden zu jener Zeit ausschließlich der Nutzung folgend. Gerade durch diese additive pragmatische Architektur strahlen sie einen besonderen Charme aus. Das Ensemble setzt sich aus zwei länglichen Gebäuden zusammen. Das vordere Haupthaus teilt sich auf in den Gaipel, dem über dem Schacht stehenden Betriebsraum und den dazu geschalteten Rückräumen. Der etwas zurückliegende Gebäuderiegel diente der Trennung von Silbererzen von dem nicht benötigten Gestein. Die nicht brauchbaren Gesteinsreste wurden auf großflächig angelegte Haldeflächen sortiert. Diese breiteten sich während der Zeit so stark aus, dass sie neue topografische Gegebenheiten in der näheren Umgebung schufen. Mit dem Rückgang des Bergbaus folgte eine Renaturalisierung und Überbauung der ehemaligen Haldeflächen, sodass die realen Ausmaße des ehemaligen Bergbaus heute nicht mehr erfahrbar sind.

Jener Problematik stellt sich der Entwurf eines neuen Ausstellungs- und Archivgebäudes als leitgebendes Motiv. Die Absicht dabei ist es, mit einer neuen Architektur die bereits überbauten und vergessenen Haldeflächen neu zu inszenieren und somit gleichzeitig die Ausmaße des Bergbaues wieder greifbarer zu machen. Allem voran definiert dies eine klare und einfache Setzung und die daraus abgeleitete Kubatur eines Langkörpers. Dieser positioniert sich an der Nordseite des Grundstücks und lenkt gezielt die Aufmerksamkeit auf die freigelegte Gesteinsfläche. Die einfache Grundrissstruktur im Erdgeschoss folgt der aufgestellten Hierarchie und der Unterordnung der neuen Architektur um eine Neuinszenierung des Bestandes zu gewährleisten. Es lässt sich eine Aufteilung in Längs- sowie Querrichtung ablesen. Die Zonierung längs folgt der Hierarchie, indem sich die Aufenthaltsräume zum Außenraum anordnen und eine ständige Beziehung aufbauen. Alle bedienenden Räume, wie Lager, Gardero
be oder WC bilden im Hintergrund einen deutlichen Rücken aus. Quer des Langkörpers lässt sich eine Zonierung in drei Teilbereiche erkennen – das Archiv am Kopf des Baus, das Foyer als gerahmter Mittelteil und ein Gastronomiebereich, welcher den Platz des neuen Konglomerats aus Bestand und Neubau bespielen wird. Über zwei additive Treppenhäuser gelangt der Besucher in den großen Ausstellungsraum im Obergeschoss. Dieser öffnet sich über die vollständige Länge des Baukörpers und mündet jeweils in zwei Kabinette. Eine Vielzahl entsprechend proportionierter Holzrahmen nimmt sich die ehemals in den alten Bergwerkstollen typische Konstruktion als Referenz und ermöglicht eine entsprechende Raumhöhe. Diese lehnt sich an die Höhen der Bestandsbebauung an. Gleichzeitig eröffnet es die Möglichkeit auch die noch erhaltenen Elemente aus dem Bergbau in ihrer ursprünglichen Größe auszustellen.

Campus Masters Wettbewerb


März / April 2020

Facts

Hochschule:
Bauhaus-Universität Weimar

Lehrstuhl:
Entwerfen und komplexe Gebäudelehre / Prof. Dipl.-Ing. Jörg Springer

Präsentation:
04.02.2019

Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Vectorworks 2018, Photoshop

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