RUND UMS EIS

Platz 4

Heumarkt Wien - Eine Herzensangelegenheit

Jonas Starke / Technische Universität Braunschweig
Der Wiener Eislaufverein und das Wiener Konzerthaus stehen seit langem in der Tradition der Förderung von Lebensfreude,
sportlicher Wettkämpfe und als Ort sozialer Interaktion. Damit verkörpern die aktuellen Nutzungsmöglichkeiten des Areals die
Grundgedanken von Kaiser Franz Joseph I. bezüglich einer Sammelzone für Kultur-, Bildungs- und Repräsentationsbauten im
ehemaligen Glacis - mithin einem der Öffentlichkeit gewidmeten Ort. Durch zahlreiche bauliche Änderungen gerieten die einstmals begründeten Traditionen und deren Bedeutung für die Wiener Bevölkerung zunehmend in Vergessenheit. Im Rahmen des Konzepts ‘RUND UMS EIS’ sollen die damals geplante Intention aufgegriffen und den Anforderungen einer modernen Weltstadt angepasst werden.

Der Entwurf ‘RUND UMS EIS’ fokussiert hierbei auf zwei unterschiedliche Ebenen: Vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung soll einerseits eine „Neubelebung“ und Integration des Areals in die öffentlichen Plätze der Umgebung erreicht werden. Andererseits gilt es, einen traditionsreichen Ort zu erhalten, der Anwohner und Besucher der Stadt gleichermaßen zum Verweilen einlädt. Hierzu rückt das Eis bzw. die Eisfläche in den Mittelpunkt des Quartieres. Ergänzt um eine intelligente und vollständig überarbeitete Durchwegung des öffentlichen Raumes sowie aller anliegenden Nutzungsangebote entsteht ein atmosphärisch aufgeladener Ort, der Zeitgeist und Tradition vereint. Zu diesem Zweck wird der Charme der typischen Wiener Gemütlichkeit, des Flanierens und Sehen wie Gesehen Werdens, aufgenommen und in die architektonische Gestalt übertragen. Die neue Architektur schafft dadurch einen Raum für Menschen, der ganz im Sinne der Wiener Mentalität und Lebensweise einen Ausdruck der Gesellschaft darstellt und einen Ort der Kommunikation sowie Identifikation bietet.

Das Entwurfsgrundstück befindet sich im historisch bedeutsamen, ehemaligen Glacisbereich der Stadt Wien. Es spannt sich
südöstlich der Altstadt, zwischen Stadtpark und Belvedere, parallel zur Ringstraße auf. Voraussetzung für den Entwurf ,Rund ums Eis’ ist die Bereinigung der vorhandenen Bebauung um das Intercontinental Hotel und den Eislaufverein. Somit ergibt sich ein frei verfügbares Areal, das lediglich im Süden vom traditionsreichen Wiener Konzerthaus begrenzt wird. Auf der gegenüberliegenden Seite bietet der angrenzende Stadtpark als urbane Naherholungsfläche einen Rückzugsort aus dem städtischen Alltag.

Bei Betrachtung der aktuell vorherrschenden Situation ist die abgeschottete Grundhaltung der Bebauung deutlich erkennbar.
Die Gebäudevolumen umgeben die Eisfläche und grenzen sie somit von allen öffentlichen Freiflächen der Umgebung und dem
Straßenraum ab. Daraus resultierend, gibt es weder für das Hotel und den Eisverein noch für das Konzerthaus eine ansprechende
Eingangssituation. Die Institutionen begreifen sich heute als introvertierte Kultur- und Veranstaltungsorte, die nicht den Gedanken eines zusammengehörigen Areals abbilden. Diese Situation führt zu einer Schwächung des öffentlichen Raumes und verhindert die Bildung eines Ortes der Kommunikation und Identifikation. Um diesen aktuellen Zustand zu ändern, ist es erforderlich, mehr Transparenz und neue Relationen untereinander und zur Umgebung zu schaffen. Dies kann nur durch die Maximierung des öffentlichen Raumanteils geschehen. Die Erhöhung des öffentlichen Raumes schafft Platz für Kommunikationsflächen und stellt optische sowie räumliche Zusammenhänge des Grundstückes und der unmittelbaren Umgebung dar.

Das Ausgangsvolumen nimmt die Traufhöhen der angrenzenden Gebäude auf und öffnet sich mit der Eisfläche in Richtung des
Beethovenplatzes. Zu den beiden bereits vorhandenen Nutzungen des Hotels Intercontinental und des Wiener Eislaufvereins wird
ein der Öffentlichkeit zugänglicher Bereich ergänzt, der die Nutzungen zusammenführen und gleichzeitig gemeinsam genutzte
Flächen zur Verfügung stellen soll. Durch neue Eingangssituationen für das Hotel Intercontinental, den Wiener Eislaufverein und das Museum sowie für das Wiener Konzerthaus ergeben sich neu öffentliche Plätze. Um den öffentlichen Freiraum noch weiter zu erhöhen, wird dieser von seiner typischen und aktuellen Lokalisierung im Erdgeschoss zukünftig in die Dachgeschosszone verschoben. Zusätzlich wird eine Verbindung zum Stadtpark und der sich dort befindenden U-Bahnstation hergestellt. In einem letzten Schritt werden weitere Verbindungen und Verknüpfungen über das Areal zur Umgebung geschaffen. Das Volumen schließt somit einerseits den Straßenraum und bildet einen Gegenpart zum bestehenden Blockrand, andererseits wird durch die gezielten Öffnungen in der Gesamtform eine Durchwegung des Areales ermöglicht.

Campus Masters Wettbewerb


September / Oktober 2014

Facts

Hochschule:
Technische Universität Braunschweig

Lehrstuhl:
IDAS - Institut für Entwerfen und Gebäudelehre - Prof. Almut Grüntuch-Ernst

Präsentation:
20.03.2014



Abschluss:
Master

Rubrik:
Freizeit- und Sportbauten

Software:
Rhino, AutoCAD, Adobe CS - Suite

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