Peggy Guggenheim Collection

Venedig

Nina Christl / Technische Universität Darmstadt
Die bemerkenswerte Sammlung von Peggy Guggenheim in Venedig soll endlich ihrer Bedeutung angemessen präsentiert werden. Die Aufgabe versinnbildlicht in besonderer Weise die Herausforderung sich dialektisch, aber angemessen mit dem Bestand auseinanderzusetzen und trotzdem ein zeitgemäßes Weiterbauen daraus abzuleiten.
 
Bedeutend an dem bestehenden Palazzo ‚Venier dei Leoni’ ist diese Frontfassade, die bauzeitlich im Original erhalten geblieben ist. Diese Fassade bleibt erhalten und wird als Mittlerin zwischen Alt und Neu, Wasser und Baukörper des neuen Museums in Szene gesetzt. Der Entwurf schafft einen Platz nach Süden zum Viertel und öffnet die Terrasse zum Canal für die Öffentlichkeit.
 
Das neue Museum bildet einen kompakten Kubus, dessen Grundstruktur der Grundrissorganisation ebenso wie der Fußabdruck aus den Palazzi in Venedig abgeleitet ist. Ein Riegel, der die Verwaltung und Künstlerateliers beherbergt, schließt sich an die bestehende kleinteilige Bebauungsstruktur an und bildet eine Platzkante.
 
Der Grundriss im Erdgeschoss entwickelt sich vom Platz zum Wasser als durchgängiger Raum im dreigeteilten Baugefüge, der ganz der Öffentlichkeit gewidmet ist. Darüber gelangt man in das Saalgeschoss mit den didaktischen Angeboten, die bereits eine intensivere Beschäftigung mit den Werken ermöglichen. Es folgt das Depotgeschoss, das mit Einblicken in die Restaurationswerkstätten und die Schaudepots den Blick hinter die Kulissen des Museums zulässt.
 
Es folgen drei Ausstellungsgeschosse mit unterschiedlichen Qualitäten. Das erste Ausstellungsgeschoss ist geschlossen, introvertiert und empfängt den Besucher ganz auf die Werke konzentriert. Im zweiten Ausstellungsgeschoss kann der Besucher schon erste Schlupflöcher finden, um mit Blick in den Stadtraum von Venedig das Gesehene zu reflektieren. Im folgenden letzten Ausstellungsgeschoss genießt der Besuchern zusammen mit den Werken der Sammlung den offen angebotenen Blick über die Stadt. Das letzte Geschoss bietet durch die großen Ausblicke einen gestaltbare Verbindung von historischen Baudenkmälern und ausgewählten Werken Moderner Kunst. Darüber hinaus hat der Besucher durch den geplanten Luftraum einen Blick zurück in die Ausstellung und erhält die Möglichkeit, die dreigliedrige Grundstruktur wahrzunehmen. 
 
Durch die Drehung der Grundstruktur werden auf subtile Weise unterschiedliche Raumgrößen geschaffen. Die Steigerung der Komplexität der Raumerlebnisse im Zusammenhang mit der Kunstbetrachtung wird durch die vertikale Organisation aller Nutzungen in einem kompakten Gebäude erreicht.
 
Das Erscheinungsbild der Fassade ist ruhig und zurückhaltend. Polierte Terrazzoplatten und verchromte Profile sollen das Spiegeln der Umgebung auf dem Kubus und dadurch eine Entmaterialisierung des kompakten Baukörpers ermöglichen. Die Proportionen der Gliederung sind aus der historischen Umgebung entlehnt. Sichtbar bleiben die gewährten Ausblicke.

Campus Masters Wettbewerb


Mai / Juni 2019

Facts

Hochschule:
Technische Universität Darmstadt

Lehrstuhl:
Fachgebiet Entwerfen und Baukonstruktion / Prof. Felix Waechter

Präsentation:
19.02.2019

Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Vectroworks, SketchUP, Indigo, Photoshop, InDesign

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