Orte der Gemeinschaft - der Versammlung - des Glaubens

Alevitisches Gemeindezentrum

Martin Jost / Hochschule Biberach
Ein Haus wie aus Stein gehauen, aus Schichten die sich in Meeren zu Bergen ablagern und verdichten, zu steiniger Masse werden. Uralter ruhender Stein, aus dem gewaltige Quader ausgehoben werden. Die marmornen Hallen in Carrara, die als Räume dadurch entstehen, tragen diese Ruhe in sich, sobald Baumaschinen und Arbeiter verstummen. Wo die Kruste der Berge durchbrochen wird, wird das Tageslicht in der weiß-staubigen Luft greifbar. Wo eine Wasserader getroffen wird fließt sanft ein Rinnsal über Wände und Rillen im Boden. Eine Gleichzeitigkeit von Tag und Nacht unter Tage. Der Wandel von Nacht und Tag macht das Vergehen der Zeit greifbar, auch ohne auf die Uhr zu sehen. Gleichzeitigkeit von Nacht und Tag bedeutet also auch Zeitlossein. Wer zeitlos ist, muss sich die Zeit nicht erst nehmen, für Kontemplation, Ritual und Zusammensein. Werden auch die Quader, die dem Bruch entnommen wurden, weiter bearbeitet, entstehen Räume, Öffnungen, Löcher, Vertiefungen und Spalte. Zwischen den Werkstücken entsteht ein Platz, und wenn beim Abtransport ein Bruchstück zurück bleibt wird es zur Bank, oder zur Tafel, der eigentlich wichtigste Ort jeder Gemeinschaft.

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Facts

Hochschule:
Hochschule Biberach

Lehrstuhl:
Prof. Dr. Susanne Traber, Prof. Jörg Aldinger

Präsentation:
28.06.2018

Abschluss:
Bachelor

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