Orte der Gastlichkeit

Spaces of Hospitality

Anton Philipp, Ann-Kathrin Ludwig / Universität Stuttgart
Die Masterarbeit untersucht das Verhältnis von Stadt und Tourismus und widmet sich der Frage, wie Städte einen Tourismus integrieren können, der sowohl für Reisende als auch Bewohner der Stadt gleichermaßen positiv ist. Sie zeigt, wie wichtig es ist, die Stadt als dauerhaft belebten, lebendigen Organismus anzusehen, welcher im ausgewogenen Verhältnis zu seinem Tourismus stehen muss.

Ein authentisches Erleben der Stadt steht für Reisende heutzutage im Vordergrund. Mit der wachsenden Sharing Economy verändern Konzepte wie die Vermietung von privaten Unterkünften und die wachsende Hotelindustrie dieses authentische Bild zunehmend. Sie verdrängen den Wohnraum in den Innenstädten und definieren ein neues Verständnis von Gastlichkeit. Erfährt man wirklich das authentische Alltagsleben oder doch nur eine Schaustellung typischer Elemente, eine Inszenierung des Authentischen? Einwohner und Touristen laufen gleichermaßen Gefahr zu Statisten einer unbelebten, identitätslosen Kulisse zu werden. 

Ob bei der Ankunft von Kurzurlaubstouristen oder von Neuankömmlingen auf unbestimmte Zeit, die Frage der Gastlichkeit prägt eine Stadt. Sie definiert, wie ankommende Menschen in eine bestehende Struktur aufgenommen und integriert werden. Für Besucher wie auch Bewohner werden nicht ausgeschöpfte Potenziale aufgezeigt, die sich nicht nur in Form öffentlicher Kommunikationsräume, sondern auch in einem neuen Typus der Unterkunft darstellen.

Die hohe Anzahl leerstehender Gebäude macht Porto einzigartig im Vergleich mit anderen viel bereisten Städten Europas. In Barcelona, Amsterdam oder Venedig erfolgt die Vermietung einer bestehenden, resilienten Stadtstruktur. Der momentane Umbau des Leerstands in Porto hingegen fördert eine instabile Stadtstruktur aus einer homogenen Landschaft von Ein-Zimmer-Apartments.

Mit dieser Entwicklung der physischen Stadtstruktur geht eine Veränderung des gesellschaftlichen und infrastrukturellen Gefüges einher. Zusätzlich zum Wohnraum werden Alltagsnutzungen und Gebäude der sozialen Infrastruktur verdrängt. Um zu verhindern, dass das touristische Angebot das Stadtbild dominiert, ist es notwendig, den Alltag der Bewohner zu schützen und zu stärken.

Der Entwurf zeigt eine Strategie, die den Leerstand als Vermittler zwischen den Bedürfnissen der Stadtbewohner und der Besucher nutzt und so die langfristige Entwicklung einer resilienten Stadtstruktur fördert. Neben der Überlagerung von Alltagsnutzungen sollen ebenso neue Unterkünfte geschaffen werden. Innerhalb einer Nachbarschaft entwickelt sich ein Netzwerk aus gemeinsam genutztem Wohnraum und Funktionen, welche Synergien zwischen Bewohner und Besucher ermöglichen. Durch gemeinsam genutzte Küchen, Wohnzimmer und Balkone entstehen Begegnungsräume. Flexibel geplante Wohnungen sorgen für eine anpassungsfähige Wohnstruktur, die sich den jeweiligen Verhältnissen der Bewohner und Besucher anpasst.

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Facts

Hochschule:
Universität Stuttgart

Lehrstuhl:
Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen, Prof. Dr. Martina Baum

Präsentation:
25.04.2018

Abschluss:
Master

Software:
Vectorworks, InDesign, Photoshop, Rhinoceros

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