Museum für mediterrane nuraghische und zeitgenössische Kunst in Cagliari

Umnutzung einer Salzlagerhalle von Pier Luigi Nervi

Christian Hüschelrath / RWTH Aachen
Cagliari, die Hauptstadt der Mittelmeerinsel Sardinien, in dessen Großraum mit knapp einer halbe Millionen Menschen ein Drittel der Inselbevölkerung lebt, hat bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts bei der touristischen Erschließung unbeteiligt zugesehen. Seit etwa 15 Jahren wird man sich des Potenzials bewusst, das die Stadt mit ihrer Lage am Wasser, der mittelalterlichen Altstadt sowie der schnellen Anbindung zum europäischen Festland besitzt.
 
Aufbauend auf der aktuellen städtebaulichen Planung Cagliaris, die die Verbindung der Kernstadt mit dem südlich gelegenen Viertel Sant‘Elia über eine Uferpromenade vorsieht, soll für einen definierten Teilbereich ein städtebauliches Konzept sowie ein Entwurf für ein neues Museum für mediterrane nuraghische und zeitgenössische Kunst entwickelt werden. Das Museum soll in enger funktionaler Beziehung mit Stadt und Umgebung stehen und ein Motor urbaner Erneuerung für Cagliari werden.
Auf dem Plangrundstück befindet sich eine ungenutzte Salzlagerhalle des italienischen Ingenieurs Pier Luigi Nervi aus den 1950er Jahren. Diese soll umgenutzt und in das Gesamtkonzept für das Museum und die städtebauliche Entwicklung integriert werden.
 
Bis 1985 wurden in der Saline di Molentargius östlich von Cagliari beachtliche Mengen Salz abgebaut. Ein Teil dessen wurde über den Kanal San Bartolomeo zu der Salzlagerhalle Nervis transportiert. Von dort aus wurde das Salz nach ganz Europa exportiert.
Seit 1985 wird kein Salz mehr produziert. Die Saline ist zu einem Nationalpark umgenutzt worden, die Salzlagerhalle Nervis liegt seit dieser Zeit still.
 
Das neue Museum soll sowohl nuraghische Kulturobjekte der Insel als auch zeitgenössische Kunst aus dem Mittelmeerraum ausstellen.
Kern der Sammlung wird eine Gruppe großer Statuen aus dem 8. Jh. bilden, die zwischen 2007 und 2009 restauriert worden sind. Es handelt sich hierbei um die Giganten von Mont’e Prama, ein Ensemble von 25 überlebensgoßen Krieger-, Bogenschützen- und Boxerstatuen aus Kalksandstein, die für ihre Erstellungszeit einzigartig sind. Neben den Statuen sollen auch Nuraghenmodelle aus Bronze und Kalksandstein, virtuelle interaktive Modelle von Nuraghensiedlungen, sowie Zeichnungen und Skizzen zur Nuraghenkultur ausgestellt werden.
Zusätzlich zu den nuraghischen Ausstellungsobjekten soll das Museum zeitgenössische Kunst aus dem gesamten Mittelmeerraum beherbergen. Anders als die Dauerausstellung der nuraghischen Elemente, handelt es sich hierbei um wechselnde Ausstellungen unterschiedlicher Art. Alle Formen der Kunst - Gemälde, Skulpturen, Installationen, etc. - sollen ausgestellt werden.
Die Besonderheit des Museums besteht im Vergleich der nuraghischen Kunst mit den wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Dadurch soll sowohl Touristen als auch Einheimischen eine neue Sichtweise und Zugang zur Insel ermöglicht werden.

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Facts

Hochschule:
RWTH Aachen

Lehrstuhl:
Lehr- und Forschungsgebiet Denkmalpflege und Historische Bauforschung / Univ. Prof. Dr.-Ing. Christian Raabe

Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Autodesk Revit, Adobe Photoshop, Lumion 3D

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