Mundaneum

Pembroke College Library

Maximila Ott / Technische Universität Dresden
Mundaneum, der Titel meiner Arbeit ist ein Verweis auf das gleichnamige Gebäude in Brüssel. Dieses beherbergt das 1898 von Paul Otlet und Henri La Fontaine gegründete »Office International de Bibliographie«. Dessen Zielsetzung war es, das gesamte Schrifttum der Welt als Bibliografie in Zettelkästen zu erfassen und dadurch ein Archiv zu schaffen, welches den Frieden auf der Welt sichern sollte.

Jede Bibliothek, egal wie klein sie auch sein mag wird immer dem Grundgedanken eine möglichst große Menge an Wissen zu akkumulieren, unterlegen sein. Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Welt stellt sich die Frage ob eine Bibliothek heute noch Bücher braucht, beziehungsweise über welche Medien Wissen vermittelt wird. Nicht nur Schrift und damit das Buch im klassischen Sinne ist als Speicher des Gesagten und Gedachten zu verstehen, genauso verhält es sich mit der Kunst und mit aktiven Gesprächen und Diskussionen.

Colleges, egal ob in Oxford oder dem rivalisierenden Cambridge sind wie die Klosteranlagen aus denen sie hervorgingen, baulich gesehen gewachsene Komplexe. Über die Jahrhunderte hinweg veränderten sie nicht nur ihren Fußabdruck indem sie an - oder weiterbauten oder bestehende Gebäude kauften; sie veränderten ebenso die innere Nutzung je nach Bedarf der jeweiligen Zeit. Auch der Ausdruck der Gebäude, sprich ihre Fassaden wurden überformt, erhöht und verändert. Diesem Entwurf liegt der Versuch zugrunde nicht nur eine Bibliothek zu bauen sondern das »Pembroke College« als solches aus seiner inneren Logik heraus weiterzubauen.

Zwei Bestandsmauern und drei Fassaden begrenzen das Entwurfsgrundstück. Die Idee ist es sich zwischen diese Elemente zu setzen um dadurch eine Einheit des gesamten Colleges zu schaffen. Im nördlichen kleineren Gebäude befinden sich Kunstsammlung, Schatzkammer und Historische Sammlungen und Manuskripte. Dazwischen liegt der Garten unter dem sich der Lesesaal und der Freihandbereich befinden. Im südlichen größeren Gebäude sind verschiedene Lese- und Lernsituation zum Garten hin und über die Dächer der Stadt gerichtet. Die scheinbar getrennte Programmatik wird zu einem Kosmos des Wissens zusammengefasst durch einen im Untergeschoss gelegenen Lesesaal.

Die Stadtmauer aus dem 12.Jhd im Süden darf nicht zusätzlich belastet werden. Daher fungiert das Dach als Beton-Tonne, welche längs über das Gebäude spannt. Der Freihandbereich welcher sich unter dem Garten befindet, bedient sich demselben statischen Prinzip. Allerdings wird hier über die kurze Seite gespannt. Da sich der Raum nach Norden hin verjüngt, wird die statische Höhe geringer und die Decke treppt sich nach oben ab. Die Veränderung der statischen Höhe hat auch Auswirkungen auf den Garten darüber, da sich die Tiefe des Pflanzenbeetes verändert, verändert sich auch die Vegetation von flachem Gras hin zu Stauden und mittelgroßen Pflanzen.

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Facts

Hochschule:
Technische Universität Dresden

Lehrstuhl:
Professur für Gebäudelehre und Entwerfen: Öffentliche Bauten - Prof. Ivan Reimann & Prof. Thomas Müller

Präsentation:
13.08.2019

Abschluss:
Diplom

Software:
ArchiCAD, Cinema4D, Photoshop, InDesign

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