Kontorhaus Klingberg

Ein Kontorhaus in Hamburg

Jacqueline Zimmer / Technische Hochschule Mittelhessen
Inmitten von Hamburg, in dem geschichtsträchtigen und 2015 zum Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ernannten Kontorhausviertel, befindet sich das für den Entwurf eines neuen Kontorhauses, ausgewählte Grundstück. Der Ort ist geprägt von großen und massiven Kontorhäusern im Stil des Backsteinexpressionismus der 20er Jahre.

In direkter Nachbarschaft, nördlich des ausgewählten Baugrundstückes befindet sich Fritz Högers aufwendig gestaltetes Hauptwerk, das Chilehaus. Durch die Zerstörung der umliegenden Bebauung im zweiten Weltkrieg liegt es offen und ungeschützt zur mehrspurigen Kreuzung der Willy-Brandt-Straße. Der dem Baugrundstück östlich gegenüberliegenden Meßberghof fasst das Chilehaus nur einseitig ein und der zum Chilehaus hin erhöhte Gebäudeteil des Meßberghofs ist einer großen, nicht definierten Freifläche zugewandt.

Der Entwurf sieht daher vor, das Kontorhausviertel durch einen länglichen, polygonal geformten Baukörper einzurahmen und zu komplettieren. Dadurch entsteht zwischen Chilehaus, Meßberghof und dem Kontorhaus Klingberg ein dreiseitig eingefasster Platz. Die Wegeführung der durch das Chilehaus hindurchführenden Fischertwiete wird über den Platz und eine neue Brücke zur Speicherstadt fortgeführt und verbindet die beiden Stadtteile wieder miteinander.

In seiner Geschossigkeit passt sich der Entwurf durch mehrere Staffelgeschosse den umliegenden Kontorhäusern an und nimmt damit gleichzeitig ein prägendes Element der Kontorhausarchitektur in Hamburg wieder auf. Der Entwurf sieht außerdem vor, eine für die Hamburger Kontorhäuser typische Twiete als Gestaltungs- und städtebauliches Gliederungselement wieder mit aufzunehmen. Dieser sich zum Chilehaus hin vergrößernde Durchgang bietet Durchblicke beim Vorbeilaufen, führt den Fußgänger ins Gebäude selbst und verbindet die Willy-Brandt-Straße mit dem Chilehaus.

Generell hält sich der Entwurf in seiner Kubatur und Fassadengestaltung zurück, um den Hauptaugenmerk auf der historischen Bebauung beizubehalten, lässt aber gleichzeitig die eigene Zeit erkennen. Die Kubatur bildet sich in seiner Grundform und Höhenstaffelung aus direkten Bezügen zu den umliegenden Gebäuden. Das Gestaltungselement der Vor- und Rücksprünge der Umgebung wird auch in der Fassadengestaltung thematisiert. Ein zu den Gebäudeecken der langen Seiten immer tiefer werdendes Fassadenband mit vor- und zurückspringenden Vormauerziegeln in Brüstungshöhe ist das bestimmende Gliederungselement für die stark horizontal gegliederte Fassade. Dadurch werden die hervorstehenden Gebäudeecken sowie die polygonale und dynamische Grundform des Gebäudes deutlich betont.

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Facts

Hochschule:
Technische Hochschule Mittelhessen

Lehrstuhl:
Fachgebiet Städtebau und Stadttheorie, Prof. Alexander Pellnitz

Präsentation:
27.03.2019



Abschluss:
Master

Rubrik:
Bürobauten

Software:
Archicad, Adobe Photoshop, Artlantis

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