Interplay Platz 5

Hotel und Masterplan für das Hafengebiet No Porto in Lissabon

Florian Holzer, Spyridon Koulouris / Technische Universität München
Wir haben im Grunde nur eine einzige Idee, die wir verwirklichen wollten. Sie lautet: Wechselspiel (Interplay). Die Idee des Wechselspiels ist es, die uns bei allen strukturellen und ästhetischen Fragestellungen innerlich geführt hat.

Sie stammt aus unseren Untersuchungen vor Ort in Lissabon. Dort stellten wir fest, dass die Stadt, insbesondere aber die Bereiche am Wasser, durch Ebbe und Flut geprägt sind. Diesen basalen Rhythmus, den Wechsel zweier Zustände, wollten wir erfahrbar machen. No Porto bietet sich aus unserer Sicht für die Umsetzung einer solchen Idee auf besondere Art und Weise an, weil es als Gebiet, so wie es im Moment ist, zu der engen und lauten Stadt auf Grund seiner Weite und Leere verhält, wie eben Flut zur Ebbe.

Die Besonderheiten von No Porto, die Weite, die Leere, die Abgeschiedenheit, die Nähe zum Wasser und die Ausblicke auf das Wasser und die Stadt, wollten wir erhalten und als Potenziale herausarbeiten.
Die Strukturierung des Gebiets stellen wir unter Bezugnahme auf bestehende Sichtachsen durch Kanäle her. Die Idee dahinter stammt aus dem Hafenumfeld. Hier gibt es immer wieder Stichkanäle, die als Dock für die Wartung von Schiffen verwendet werden.

Wir haben den Umgang mit der Wasserkante in Lissabon studiert und festgestellt, dass es die Tendenz gibt, dort, wo etwas Wichtiges geschieht und der Platz vorhanden ist, das Ufer abzuflachen. Diese Tendenz nahmen wir auf und führen das Gebiet mit schiefen Ebenen ins Wasser. Das führt dazu, dass dort die Zustände von Flut und Ebbe, also das Wechselspiel besonders deutlich erfahrbar werden, weil der Fluss sich hier immer wieder Raum greifen und zurückgeben wird.
Die übrigen Entscheidungen für die Struktur des Gebäudes und das Hotelkonzept ergeben sich aus dem neuen Gebiet und unser dafür entwickeltes Konzept. Die Idee des Wechselspiels soll sich also auch im Gebäude ausdrücken.

Es soll ein einfaches, schlichtes Hotel sein. Seine Besonderheit ist, wie die des Gebietes, wie man den Raum, das Licht, die Höhe und die Weite und die Nähe erfahren kann.

Die wichtigste Überlegung betraf die Struktur. Wir haben untersucht, was passiert, wenn das Gebiet in Bewegung gerät und Flut und Ebene sich abwechseln. Dann wird das Gebiet mal flach, mal sind Kanten und Falten zu sehen. Diese an der Kante zwischen Wasser und Land entstehende Struktur, bargen wir, legten sie um einen Kern und machten daraus die Hülle für unser Gebäude.

Die metallische Hülle dient bauphysikalisch als Sonnenschutz. Ihre Gestalt haben wir aus modernistischen Azulejos an Fassaden in Lissabon abgeleitet. So prägt die typische Oberflächengestaltung von Lissabon abstrakt und immer wechselnd, als Licht den Raum.

Zwischen dem Kern und der Hülle lassen wir einen Zwischenraum, den wir für Loggien und Balkone nützen können. Die Idee für die Verwendung zahlreicher Balkone leiten wir von den in Lissabon vielfach zu findenden Stadtbalkonen. Sie sind Möglichkeiten, von der Stadt auf die Stadt und den Fluss zu blicken.

Campus Masters Wettbewerb


November / Dezember 2018

Facts

Hochschule:
Technische Universität München

Lehrstuhl:
Lehrstuhl für Raumkunst und Lichtgestaltung, Prof. Hannelore Deubzer

Präsentation:
11.07.2018



Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Hotelbauten

Software:
Vectorworks, Adobe Creative Suite

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