Heimatbräu

Neue Hülle - alter Kern, alte Hülle - neuer Kern

Sven Schmidt / Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg
"Heimatbräu" Neue Hülle - alter Kern, alte Hülle - neuer Kern Die ehemalige Gerberei steht mit dem damaligen Wohnhaus der Familie Kosmarek in einem innerstädtischen Gefüge in Thannhausen, einer Kleinstadt mitten in Schwaben. Flankiert wird der Komplex von Nachbarhäusern und dem Kanal, welcher sich durch das Viertel der Stadt zieht.

Ziel war es, dem von Landflucht geprägten Ort einen Raum zu geben, in dem sich das Heimatgefühl der Anwohner neu formulieren und ausprägen kann. Ein Raum zur freien Aneignung und gemeinschaftlichen Nutzung, umgesetzt in einer Bestand, welcher seit jeher durch seine Baugeschichte einen Teil des Ortes darstellt.

Die städtebauliche Einbindung des zusammengewachsenen Gebäudeensembles wird durch das Öffnen des Zwischenraumes der beiden Gebäude erreicht. Die so zurückgewonnene Kleinteiligkeit erlaubt es der Bebauung, sich in das Stadtgefüge zu integrieren.
Durch den architektonischen Eingriff in die Gebäude, welcher unter dem Thema "Neue Hülle - alter Kern, alte Hülle - neuer Kern" umgesetzt wurde, wird bei beiden Gebäuden die Konstruktion des Bestandes bewahrt, teilweise statisch ertüchtigt und mit Dämmung und einer hinterlüfteten Holzfassade ergänzt, oder aber unterstützt durch einen neuen Kern, der die Lasten umleitet.

Neue Hülle um die Gerberei
Die zum Raum für Kultur umgebaute Gerberei hebt sich durch die schlichte Form der Fassade ab, die sich wie ein Mantel um das bestehende Gebäude legt und auf wenige signifikante Elemente reduziert ist. Die Holzverschalung ist akkurat an die bestehenden Fensteröffnungen angepasst, lässt aber durch unterschiedlich breite Öffnungen die alte Fassade durchschimmern. Die großen Öffnungen werden durch tiefe, von außen dunkle, von innen helle, warm wirkende Kästen gerahmt. Auf Straßenniveau werden die bestehenden Sprossenfester von raumhohen Öffnungen der Fassade gefasst.

Beton im alten Wohnhaus
Frischer Putz, historisierende Fensterläden – auf den ersten Blick wirkt dieses Wohnhaus wie viele andere Gebäude im Umkreis, mit denen sich die Menschen in Thannhausen identifizieren. Hier in diesem Gebäude täuscht der Eindruck allerdings. Anstatt mit kleinen und niedrigen Räumen, überrascht das Innere mit einem modernen Raumgefüge. Das Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert, das durch die vorhandene Geschosshöhe nicht nutzbar ist, verwandelte sich so in einen anspruchsvollen Raum für Konzerte und Kulturveranstaltungen.


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Facts

Hochschule:
Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg

Lehrstuhl:
Prof. Katinka Temme, Prof. Dr. Ing Bernhard Irmler

Präsentation:
19.07.2017

Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Archicad

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