Gerhard Richter Haus

Archiv- und Ausstellungsgebäude in Dresden

Lukas Keller / Technische Universität Dresden
Der Neubau für ein Archiv- und Ausstellungsgebäude bringt einen der größten deutschen Künstler der Gegenwart zurück an seine alte Wirkungsstätte. Gerhard Richter wurde 1952 an der Kunstakademie in Dresden für ein Studium der Malerei aufgenommen. Er beendete das Studium 1957 bevor er aus der DDR flüchtete und in den Westen immigrierte. Aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit des Künstlers und der Stadt Dresden wurde 2006 das heutige Gerhard Richter Archiv als Teil der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden gegründet. Das Künstlerarchiv sammelt alle Publikationen, Fotografien, Bild- und Tonträger, die relevante Informationen und Beiträge über die Kunst und den Künstler enthalten. Die Intention für ein eigenes Gebäude begründet sich vor allem in dem Wunsch nach mehr Fläche und der Identität als eigenständige Institution. Der Neubau soll die verschiedenen programmatischen Aspekte der Arbeit zusammenführen. Somit vereint das neue Haus die Gebäudetypologien des Archives und des Museums und gliedert sich in drei Themen: das Sammeln, das Ausstellen und das Publizieren. Ziel ist ein lebendiges, interdisziplinäres Zentrum, dass sich der Erforschung des künstlerischen Werkes Gerhard Richters widmet und zu Teilen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.

Das von mir gewählte Entwurfsgrundstück befindet sich an einem historisch sehr vielschichtigen Ort mitten in Dresden - dem Brühlschen Garten. Über die vergangenen Jahrhunderte standen auf der Festungsspitze. Diese waren maßgebend für die Gestaltung des Brühlschen Gartens sowie den architektonischen Endpunkt der Brühlschen Terrasse verantwortlich. Das letzte Belvedere wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Bei der Begehung des Ortes ist diese Abwesenheit stark spürbar, weil dem Konzept des Gartens ein wesentliches Gestaltungselement fehlt. Obwohl die vergangenen Belvedere Bauten alle aus verschiedenen Epochen der Architekturgeschichte stammten gibt es deutliche Gemeinsamkeiten.

Mein Entwurfsansatz beruht darauf den Gebäudetyp des Archivs mit den architektonischen Grundlagen der vergangenen Belvedere so zu kombinieren, dass ein zukünftiger Neubau die Arbeit des Archives bereichern würde, aber auch im außenräumlichen Kontext eine historische Lücke schließt.der Baukörper wäre als unabhängige Institution ein kompakter Solitär umringt von Grün und vermittelt ähnlich wie seine Vorgänger zwischen den verschiedenen Höhen. Bei der inneren Organisation war es wichtig in einem doch eher kleinen Gebäude verschiedene Nutzer so aneinander vorbei zuführe, dass die Arbeit der Mitarbeiter nicht behindert wird. die äußere Gestalt ist von einer steinernden vertikalen Rhythmik geprägt. Auf dem plastisch betonierten Sockel steht ein Block, welcher von vertikalen Kalkstein Lisenen gegliedert ist und Öffnungen seicht integriert ohne die schwere und abstrakte Gestalt aufzulösen. Das Gebäude täuscht keine Sichtbarkeit vor. Der Körper zeigt somit nicht, was, sondern das er etwas umschließt.


Campus Masters Wettbewerb


September / Oktober 2020

Facts

Hochschule:
Technische Universität Dresden

Lehrstuhl:
Öffentliche Bauten / Ivan Reimann

Präsentation:
20.08.2020



Abschluss:
Diplom

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Rhinoceros 5, Adobe Suite

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