Fünfspartentheater

Kulturviertel Chemnitz

Christoph Weigel / Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Fünfspartentheater-Kulturviertel Chemnitz
Oper-Schauspiel-Figurentheater-Ballett-Philharmonie

Im Umfeld des Opernhauses fand man nach 1945 eine stark zerrüttete und zerstörte Innenstadt wieder, in der nur wenige Gebäude erhalten werden konnten. Folglich wurde ein gesamtes Stadtzentrum neu entworfen. Es wurden weitläufige, dem Automobil gerechte, Straßenzüge als Vorbild sozialistischer Architekturmoderne errichtet. Neben architekturikonischen Bauten gab es auch vernachlässigte und eher zweckdienlichere Bereiche. So zum Beispiel die Flächen um den Theaterplatz. Die Theater Chemnitz leiden unter einem hohen Investitionsstau. Instandhaltungen sind aufgrund fehlender Mittel über Jahre vernachlässigt worden. Das Opernhaus ist vor 25 Jahren, das Schauspielhaus zuletzt vor 35 Jahren saniert worden. Der Verwaltungsbau ist eine Baracke - Bühnen, veraltete Werkstätten und Depots verteilen sich im gesamten Stadtgebiet. Um langfristig Kosten zusparen, Wege zu verkürzen und vor allem die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter zu steigern, bedarf es einer Zentralisierung der Bühnen und Funktionsbereiche am Theaterplatz.
Nach einer Neuordnung des hier genannten Quartiers wird ein Erweiterungsbau angestrebt, der sich in seiner Form in die neu geplante Fläche einfügt und einen Anschluss an das bestehende Opernhaus bietet.Diese äußere L-Form im überträgt sich auch auf die innere Erschließung und Funktion. So sind dem Foyer winklig angeordnet der große Saal, welcher seitlich erschlossen, mit multifunktionaler Haupt-, Hinter- und Nebenbühne, Bühnenturm und Orchestergraben ausgestattet, die neue Schauspielstätte darstellt und der kleine Saal, welcher dem Figurentheater als neue Bühne dient. Hier liegt die Besonderheit darin, dass beide Bühnen und Zuschauerräume getrennt voneinander aber auch gleichzeitig mit demselben Stück bespielbar sind.

Hinter den Öffentlichkeits- und Bühnenbereichen sind ausgedehnte Funktionsbereiche wie Theatertischlerei, Metallbauwerkstatt, Skulpturenwerkstatt, Montagebereich, großer Malsaal, sowie Magazine angeordnet. Hier ist neuartig, dass der Fußgängerverkehr durch die offene Fassadengestaltung des Gebäudes freie Einsicht in die Funktionsbereiche eines Theaterbetriebes erhält und somit bisher verborgene Bereiche sieht. Dies weckt das Interesse am Theater selbst und sorgt für klare Transparenz.In den oberen Etagen sind der große Orchesterprobensaal, Tonstudio, Instrumentenwerkstatt, Ballettprobensaal, Theaterschneiderei mit Magazinen, Mitarbeiterräume, Künstlergarderoben, Theaterkantine, neue Theaterverwaltung und Intendanz situiert. Neben einer in das Gebäude integrierten Anlieferungszone sorgt ein Übergang zum bestehenden Opernhaus für eine gleichzeitige Bespielung dessen.Die Neuschaffung des historischen Antonplatzes bietet eine Vorplatzsituation für den hier geplanten Erweiterungsbau.Als äußere Fassung dessen und um die übrige Brachfläche zu verdichten,ist eine, den feingliedrigen Straßenverläufen nachempfundene, Blockrandbebauung denkbar.

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Facts

Hochschule:
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Lehrstuhl:
Fakultät Architektur und Sozialwissenschaften, Prof. Ulrich Vetter, Prof. Wilfried Mayer

Präsentation:
07.02.2019



Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Archicad, Adobe Photoshop, MS Word

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