Food Port Düsseldorf

Weiterentwicklung der Markthallentypologie

Alin Rotaru / Karlsruhe Institut für Technologie
Die Lebensmittellobby ist während des vergangenen Jahrhunderts zu einer unantastbaren wirtschaftlichen Macht aufgestiegen. Sie besteht aus einer Vielzahl von Akteuren die sich zu Interessenverbänden zusammengeschlossen haben und den Versorgungsmarkt diktieren. Leidtragende dieses hart umkämpften Wettbewerbs sind Landwirte und Konsumenten. Bauern haben mit steigendem Konkurrenzdruck zu kämpfen und Verbraucher verstehen immer weniger was sie essen und wer dies hergestellt hat.

Das einstige Luxusgut Fleisch hat sich zu einem Massenprodukt entwickelt und wurde in seiner Exklusivität durch Apple Produkte verdrängt. Die daraus entstehende Lücke im Profit der Akteure wird durch Marketing, Verkaufsstrategien und globale Wertschöpfungskreisläufe wettgemacht. 

Der Entwurf liefert einen Lösungsansatz beim Kern dieser Lobby- dem Vertrieb. Durch Transparenz soll Aufklärung geschaffen werden um ein Lebensmittelbewusstsein vergleichbar mit dem der Vorindustrialisierten Welt wiederzuerlangen. Während dieser Zeit waren Ernte und Konsum unmittelbar miteinander verknüpft und Ernährung und Landwirtschaft wichtige gesellschaftliche Pfeiler. Um dies zu erreichen, bietet der Food Port eine Mischung aus Lebensmittelinstitut und Vertrieb und wird damit in seinem Selbstverständnis zu einer Weiterentwicklung der Markthallentypologie.

Der Vertrieb geht programmatisch über den alleinigen Verkauf von Lebensmittel hinaus. Er deckt alle Zustände in der Wertschöpfungskette eines Lebensmittels ab und schafft dadurch ein praktisches Bewusstsein beim Konsumenten. Lebensmittel werden unter dem Gebäude angebaut, im Gebäude präpariert (Fleisch- und Fischproduktion), im Supermarkt und in der Markthalle gehandelt und in Gemeinschaft verkocht und gegessen. „Von Acker bis Teller“.
Das Lebensmittelinstitut setzt auf Bewusstseinsbildung durch Wissen. Sein Aufgebot umfasst Schulungsräume für Kinder, eine Schulküche, eine Bibliothek, ein Lebensmittelmuseum und den Konferenzsaal wo interdisziplinäre Treffen der Lobby stattfinden. 

Verortet ist das Gebäude im Herzen der Düsseldorfer Innenstadt auf dem Corneliusplatz. Dadurch ist die nötige Kaufkraft und Aufmerksamkeit für das Vorhaben gegeben. Der einstige Ziergarten, welcher unmittelbar am Rande von Stadtgarten und Stadtgraben liegt wird in einen landwirtschaftlichen Nutzgarten umgewandelt. Über diesen Gärten, in denen in der Stadt Hülsenfrüchte angebaut werden schwebt der Neubau Food Port. Dadurch wird erreicht, dass die beiden Zielgruppen Landwirte und Konsumenten auf eine konfrontativ Weise zusammengebracht werden. 

Das übergeordnete Thema der Transparenz findet sich nicht nur programmatisch im Gebäude wieder sondern darüber hinaus auch in der Architektursprache. Gläserne Aufzüge stellen den Weg der Lebensmittel in von der Tiefgarage ins Gebäude zur Schau. Die Zwei im Gebäude befindlichen Korridore für Warenanlieferung und den Besucher sind gleichwertig. 

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Facts

Hochschule:
Karlsruhe Institut für Technologie

Lehrstuhl:
RAUM UND ENTWERFEN / Professor M. Arch Marc Frohn

Abschluss:
Master

Rubrik:
Verkauf und Präsentation

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