Fiktion

Architektur und Narration

Sophie Agnes Schleimer / RWTH Aachen
Zum Ergötzen seines Geistes und zur Augenweide hatte er sich nach suggestiven Werken gesehnt: sie sollten ihn in eine unbekannte Welt schleudern, die ihm die Spuren neuer Ahnungen enthüllten […]. (Gegen den Strich: 62) 

Dem Entwurf liegt eine literarische Basis zugrunde, Joris-Karl Huysmans‘ Roman „Gegen den Strich“ (1884). Er ist nicht nur inhaltlich inspiriert vom Protagonisten und seinen Räumen, vor allem versucht er, textliche Strukturen in architektonische zu verwandeln. 

Die Architektur soll narrativ werden. Sie soll dazu einladen, Geschichten zu spinnen. In ihren Formen, in ihren Konstruktionen, in ihrer Materialität ist sie suggestiv. Die Suggestion entsteht durch die Übersetzung literarischer Stilmittel in räumliche. Es ist der Versuch eines Raumentwurfs, der den Protagonisten zu unendlichem Abschweifen in Gedanken, Erinnerungen und Phantasien bewegt. 

Jede Ebene bildet einen Raum, jeder Raum erzählt seine eigene Geschichte, und ist doch Teil des Ganzen. Der Entwurf richtet sich vollkommen ins Innere, bildet eine eigene Welt. Die Realität wird obsolet, die Fiktion wird zur Wirklichkeit. 

Das Projekt wurde vom Lehrstuhl konkret an die Corona Situation angepasst. Es zielt nicht nur inhaltlich auf einen introvertierten Entwurf ab. In seiner Umsetzung wird die digitale Form der Zeichnungen auch insofern genutzt, um sie zum Erzählen zu bringen, um ein Heran- und Heraus-zoomen zu ermöglichen, mit dem Ziel, dass auch Betrachter*innen aus den Zeichnungen lesen können.

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Facts

Hochschule:
RWTH Aachen

Lehrstuhl:
Lehrstuhl für Gebäudelehre, Prof. Anne-Julchen Bernhard

Präsentation:
07.07.2020

Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Wohnbauten

Software:
Autocad

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