Ein Rathaus für Zürich

Neuordnung der Kopfsituation am Bürkliplatz

Tobias Vogel / Technische Universität Kaiserslautern
„Die Bahnhofstraße versinkt im See.“ Die Suche nach einem städtischen, gefassten Platz und der Wunsch der Bahnhofstraße einen Anfangs- bzw. einen Endpunkt zu geben, resultiert in der Idee eines Gebäudes, das nicht nur die Bahnhofstraße, sondern die gesamte keilförmige Stadtstruktur an der nördlichen Stelle des Zürichsees abschließt und dabei einen im Norden des neuen Rathausbaus nach allen vier Seiten hin gefassten Platz schafft. 

Durch die geringere Gebäudehöhe des Riegels im Vergleich zur umgebenden Bebauung wird die bisherige Stadtsilhouette vom See und besonders von der Bürkliterrasse aus weiterhin wahrgenommen und betont. 

Auf der nördlichen Seite befindet sich der um ein Geschoss niedrigere Ratssaal als Aufweitung zum Riegel. Die Einsehbarkeit des Ratssaales vom Platz aus durch die das gesamte Gebäude umfassende Glasfassade bringt wortwörtlich Transparenz in die politischen Prozesse des Rathauses. Der Ratssaal ist zum städtischen Platz und somit auch zur Stadt hin orientiert, der dreigeschossige Gebäudekörper bildet in Richtung Süden eine klare Kante. Es entstehen zwei neue Plätze mit unterschiedlichem Charakter - die für Wochenmärkte, Kundgebungen und Versammlungen genutzt werden können.

Erschlossen wird der Verwaltungsbau durch drei gleichwertige, durchbindende Zugänge, die zugleich als Verbindung zwischen den sich nördlich und südlich des Rathauses ergebenden Plätzen dienen. Zusätzlich öffnet ein weiterer größerer Zugang die Vorhalle des Ratssaales für die Ratsmitglieder. 

Den östlichen Erschließungsbereichen werden im Erdgeschoss neben der Ratssaal-Vorhalle noch das Eingangsfoyer für Bürger mit angeschlossenem Bürgerforum und Café zugeordnet, die sich jeweils nach Norden und Süden hin öffnen.

Infrastrukturell kann der Individualverkehr über Bahnhof- und Frauenmünsterstraße geleitet werden, der öffentliche Nahverkehr, die Tram, muss über die Bahnhofstraße bestehen bleiben. Dies wird durch eine Durchfahrt durch das Gebäude ermöglicht.

Der Gebäudetrakt westlich der Bahnhofstraße, beherbergt einen Buchladen sowie die Bibliothek, die sich auf zwei Etagen organisiert. Im ersten Obergeschoss befindet sich hinter dem Zuschauerbereich ein zur Seeseite orientierte Ausstellungsbereich. Zusätzlich befinden sich in der östlichen Hälfte des Neubaus die Sitzungsräume für Gemeinde und Kanton sowie Presseräume. Das zweite Obergeschoss ist als reines Verwaltungsgeschoss mit dem Aufbau eines klassischen seeseitig orientierten Einbunds konzipiert, in dem sich neben der Verwaltung die Räumlichkeiten des Kantons- und Gemeinderates befinden, um so räumlich eine enge Zusammenarbeit der beiden Räte zu gewährleisten. Das Untergeschoss beherbergt unterhalb des Ratssaales das für die Öffentlichkeit zugängliche Züricher Stadtmodell.

Der präzise gesetzte Baukörper gibt dem vorhandenen Platzgefüge Halt, klärt die Außenräume und ordnet durch seine Kubatur die städtebauliche Situation des Bürkliplatzes neu.

Campus Masters Wettbewerb


September / Oktober 2020

Facts

Hochschule:
Technische Universität Kaiserslautern

Lehrstuhl:
Baukonstruktion II / Prof. Helmut Kleine-Kraneburg

Präsentation:
11.02.2020

Abschluss:
Diplom

Rubrik:
Bürobauten

Software:
Vectorworks, Cinema 4D, Photoshop

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