Ein Rathaus für Zürich Platz 4

Die Stadt am See

Pascal Richter / Technische Universität Kaiserslautern
Vor der Zeit der Stadterweiterungen des 19. Jahrhunderts war Zürich als Stadt am Fluss bekannt, weswegen auch das aktuelle Rathaus inmitten der Limmat steht. Nach den gründerzeitlichen Stadterweiterungen, bei dem sich die Stadt durch Aufschüttungen immer weiter nach Süden in Richtung Zürichsee orientierte, vollzog sich eine Identifikationsverschiebung zum Leben am See. Der historischen Tradition der exponiert gewässernahen Setzung des Rathauses und der städtebaulichen Tradition von Aufschüttungen zur Erweiterung der Stadtstruktur folgend, befindet sich der Standort des neuen Zürcher Rathauses als Schlussstein der mittelalterlichen Altstadtstruktur im See und vollführt somit endgültig den Wandel Zürichs von der Stadt am Fluss zur Stadt am See.
Das neue Rathaus nimmt die Achsen der beiden flussorientierten Straßen Talstrasse und Stadthausquai auf und nimmt in seiner Dimension Bezug auf die Außenkanten der beiden den Bürkliplatz rahmenden Gebäude. Aus der städtebaulichen Reaktion auf die verschiedenen Gebäudehöhen der Umgebung entsteht eine dezent-organische Gegenbewegung zu den an das Ufer prangenden Wellen.
Das gemeinsame Entrée im Norden, das sich über die gesamte Breite des Trapezgebäudes erstreckt, bildet den gemeinsamen Auftakt für Bürger und Politiker, bevor sich das Rathaus in zwei gleichwertige seitliche Atrien aufteilt. Diese architektonische und organisatorische Dualität inszeniert das unverzichtbare Mit- und Nebeneinander von Bürgerschaft und Politik, was durch weitere räumliche Verwebungen im Gebäude weiter verdeutlicht wird. Im Westen befindet sich das Atrium für die Öffentlichkeit. Analog dazu erstreckt sich im Osten das Atrium für die Ratsmitglieder. Das Herzstück des Rathauses bildet das Zürcher Stadtmodell, das sich exponiert im Zentrum des Erdgeschosses befindet, belichtet über einen Lichthof, der zudem Büros und Sitzungssäle mit Licht versorgt. In der Südspitze des Rathauses befinden sich die wichtigsten Räumlichkeiten des Gebäudes: Das Bürgerforum im öffentlichen Erdgeschoss und der Ratssaal mit Zuschauertribünen in den beiden Obergeschossen. Ratssaal und Bürgerforum verfügen jeweils über einen vorgelagerten Foyerbereich für Empfänge und informelle Gespräche und bieten einen starken Bezug zum See, welcher die Räume auf allen drei Seiten umgibt und definiert. Durch das ansteigende Dach wird außerdem die Südspitze und somit die Bedeutung von Ratssaal und Bürgerforum betont.
Die Tragstruktur des Rathauses wird in einer Stahlbetonskelettbauweise ausgeführt. Die Fertigteilstützen befinden sich im dreieckigen Grundrissraster und dienen als Auflagerpunkte für die darüber liegenden Deckenkonstruktionen, die in einer Kassettendecke ausgeführt sind. Die Innenräume des Rathauses werden bestimmt durch sichtbare Materialität. Zwischen den Betonstützen liegende Wände sowie der gesamte Innenausbau werden aus Holz ausgeführt. Die Fassade besteht aus den optisch gleichen Stützelementen wie die innere Tragstruktur, die hier jedoch vorgehängt s

Campus Masters Wettbewerb


Mai / Juni 2020

Facts

Hochschule:
Technische Universität Kaiserslautern

Lehrstuhl:
Methodik des Entwerfens und Entwerfen, Prof. Dirk Bayer

Präsentation:
11.02.2020



Abschluss:
Diplom

Rubrik:
Bürobauten

Software:
Archicad, Sketchup, Maxwell Render, Photoshop

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