Ein Kulturzentrum für Sarajewo

Ein neuer Stadtbaustein als kultureller Impuls

Lisa Sophie Rottner / Bauhaus-Universität Weimar
Sarajewo, die Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina, ist seit Jahrhunderten ein Ort vielfältiger kultureller und religiöser Wechselwirkungen. Einst als osmanische Stadt gegründet, wurde sie durch unterschiedlichste Ethnien, Machtwechsel, Periodensprünge und den Bosnienkrieg (1992 - 1995) geprägt. Der einsetzende Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens löste auch in Bosnien ein Streben nach Unabhängigkeit in den 90-er Jahren aus. Der Krieg führte schließlich zu einer dramatischen Zerstörung des kulturellen Lebens. Sarajewo erstreckt sich in West-Ost-Richtung inmitten des Dinarischen Gebirges. Im Südosten von Sarajewo befindet sich der Berg „Trebević“. Dieser ist prägend für das Stadtpanorama. Das ausgewählte Grundstück liegt im Stadtviertel „Marijin Dvor“ und westlich der osmanischen Altstadt. Der jugoslawische Architekt Juraj Neidhardt (1901 - 1979) prägte die Gestaltung des Viertels „Marijin Dvor“ maßgeblich mit. In den 60-er Jahren entwarf er den Masterplan für das Viertel, das als Zentrum für Kultur und Bildung in der sozialistischen Republik gedacht war. Im Rahmen meiner Masterthesis habe ich ein Kulturzentrum für den Kanton Sarajewo entworfen. Heute werden die Grundstücke an der Miljacka zunehmend durch Investoren aufgekauft und der Gedanke eines Kulturzentrums „verwässert“ zunehmend. Der Entwurf soll an die Gedanken des Architekten Juraij Neidhardts anknüpfen und ein Ort für die Stadtbevölkerung sein. Durch das Zusammenspiel der 3 Hochhäuser entsteht ein Hochhausensemble mit einem großzügigen Platz in der Mitte. Durch die Abstufungen zur Miljacka hin entsteht ein Aufenthaltsort am Wasser. Die Plätze dienen als Erweiterung der Erdgeschossnutzung. Die öffentliche Nutzung eines Markts im Erdgeschoss des Riegels kann so als moderne Erweiterung des Basars verstanden werden. Zahlreiche Eingänge und Durchgänge ermöglichen eine Durchquerung des Gebäudes. Der Entwurf besteht aus einer Holz-Beton-Skelettbauweise. Von außen nach innen findet ein Materialwechsel von Beton zu Holz statt. Die Geschossdecken werden in einem Holz-Beton-Verbundsystem (Brettstapeldecke 200mm, 120mm Betondecke) ausgeführt. Die natürlichen Waldressourcen Bosniens sollen mit der Hybridbauweise im Rahmen eines innovativen Holz-Beton-Verbundtragwerks exemplarisch genutzt werden.

Campus Masters Wettbewerb


Juli / August 2020

Facts

Hochschule:
Bauhaus-Universität Weimar

Lehrstuhl:
Entwerfen + Baukonstruktion

Präsentation:
08.05.2020

Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Vectorworks, Adobe Creative Cloud, Cinema 4D

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