Deutsche Botschaft in Havanna

Kulturelle Zusammenkunft durch öffentlichen Austausch

Alexander Rohm / Hochschule Regensburg
BILATERALE BEZIEHUNG
Botschaften fungieren als diplomatische Stellvertreterbehörden der eigenen Regierung in einem jeweiligen Gastland. In der bilateralen Beziehung tragen diese eine Schlüsselrolle für Angelegenheiten der Außenpolitik, Wirtschaft und Kultur.
Aufgrund geschichtlicher Entwicklungen und ideologischer Differenzen zur westlichen Welt führt Kuba gegenwärtig nahezu keine diplomatische Beziehung zu Deutschland. Lediglich kulturpolitisch existiert nach wie vor eine gewisse Nähe als Nachwirkung der engen Beziehung zur damaligen DDR.
Das Konzept setzt bei diesem Potenzial der kulturellen Nähe beider Staaten an. So soll sich die Botschaft als Ort der kulturellen Zusammenkunft und des öffentlichen Austauschs verstehen, als Grundstein für eine mögliche diplomatische Annäherung.


HAVANNA
Verortet ist die Botschaft im westlichen Stadtteil Miramar, zwischen einer Parkfläche und der Flussmündung des Rio Almendares. In unmittelbarer Nähe zur 5a Avenida, welche die Fortführung der Küstenhauptstraße Malecón darstellt, liegt dem Ort eine gute öffentliche Präsenz inne. Miramar zeichnet sich durch eine starke Heterogenität aus, sowohl in den Nutzungen als auch in den ansässigen Bevölkerungsschichten und dem baulichen Erhalt der Architektur. Im Stadtteil liegt zudem der Großteil der Botschaften Havannas.


DISKRETION VS AUSTAUSCH
Mit dem Wesen der diplomatischen Tätigkeiten gehen höchste Anforderung an Sicherheit und Diskretion einher. Soll sich die Botschaft als Ort des Austauschs und der Zusammenkunft beider Kulturen verstehen, so kann dies jedoch nur als öffentliche Erweiterung des Stadtraums Havannas geschehen. Die Intention des Entwurfs muss also sein, die Gegensätzlichkeiten der Sicherheitsbereiche und der öffentlichen Räume zusammenzuführen und in funktionale Beziehung zu setzen.


REFERENZIELLE SPRACHE
Die Fassade der Botschaft referenziert den baulichen Kontext, mit der Intention sich angemessen in den Ort einzufügen. So werden historische Motive aus dem Stadtbild Havannas adaptiert, diese jedoch soweit neu interpretiert, um sich vom kolonialen Ursprung dieser Architektur deutlich abzusetzen. Die Kolonnaden als typischer Sozialraum der Bevölkerung werden räumlich ausgebildet, sowie als Thema auf die Fassade übertragen.

Campus Masters Wettbewerb


September / Oktober 2020

Facts

Hochschule:
Hochschule Regensburg

Lehrstuhl:
Prof. Erich Prödl - Prof. Dr. Rudolf Hierl - Arch. Alexander Tochtermann

Präsentation:
28.07.2020



Abschluss:
Master

Rubrik:
Bürobauten

Software:
ArchiCAD, Photoshop

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