Bildungsstrecke / Streckenbildung

Kreativbahnhöfe für die westliche Altmark

Nora Hartmann / Leibniz Universität Hannover
Gegenstand der Arbeit ist die ehemalige Bahnstrecke Oebisfelde-Salzwedel in der westlichen Altmark im Norden Sachsen-Anhalts. Die Bahnstrecke wurde 2002 stillgelegt. Heute steht ein Großteil der 12 Bahnhofsgebäude leer. Diese Gebäude bilden eine Reihe untergenutzter Orte in der Region. Ziel der Arbeit war es zum einen diese Orte wiederzubeleben und gleichzeitig die Region zu stärken, um der Abwanderung der jungen Bevölkerung entgegen zu wirken.

Die Ortschaften mit ihren unterschiedlichen Nutzungsmustern und Funktionalitäten reihen sich wie eine Perlenkette aneinander. Jeder Abschnitt besitzt sein eigenes Profil mit spezifischen Potenzialen, die es zu schärfen gilt. Das Leitmotiv “Bildungsstrecke-Streckenbildung” dient als verbindendes Element, um eine Zusammengehörigkeit herzustellen. 

Zur Ausarbeitung und Vertiefung des Konzeptes habe ich mich für die Bearbeitung dreier Fokusorte entschieden, die sich in ihrer Größe, in der Größe der Gebäude und in ihrer Lage an der Bahnstrecke unterscheiden. Dadurch wird die Varianz der 12 Bahnhofsorte abgedeckt.
 
Der Bahnhof in Oebisfelde ist noch an den Regionalverkehr angeschlossen und war auch in der Vergangenheit ein wichtiger Infrastrukturknoten für die Region. Daher bietet sich eine Fokussierung auf Mobilität unter dem Motto „Ländliche Mobilität neu denken“ an. Es entsteht ein Zentrum für Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum, Räume für Bürgerbus- und Carsharing-Vereine und eine Kita am neu formulierten Bahnhofsplatz, die es Pendlern erleichtert, ihr Kind auf dem Weg zur Arbeit in die Betreuung zu geben. Das neue Element der Überdachung bietet unterschiedliche Mobilitätsfunktionen, wie ein Fahrradparkhaus, Ladestationen für Elektroautos und die Busstation. 

Vorherrschendes Thema in Kusey und seiner Umgebung sind die Erneuerbaren Energien. Ein Windpark mit insgesamt 20 Windkraftanlagen und mehrere Biogasanlagen tragen zur Stromversorgung der Region bei. Dem Motto „Erneuerbare Energien fördern“ folgend soll ein Kompetenzzentrum für Erneuerbare Energien entstehen. Dazu wird das Bahnhofsgebäude genutzt und durch einen Neubau ergänzt. Gemeinsam mit der Überdachung wird ein neuer Platz geformt.  Außerdem entsteht eine Solarsiedlung für energieautarkes Wohnen. Die im Ort bestehende Bildungsachse soll gestärkt werden und z. B. durch einen Themenspielplatz ergänzt werden. 

Der Bahnhof in Bandau befindet sich außerhalb des Ortes und ist von wenigen Gebäuden umgeben. Mit dem Ökodorf Sieben Linden, konventionellen landwirtschaftlichen Betrieben und einem Hof mit Direktvermarktung lässt sich ein Fokus feststellen. Unter dem Motto „Landwirtschaftliche Produktion früher und heute“ wird das Gebiet neu ausgerichtet. Es entsteht ein Workshopzentrum für Azubis und Interessierte und ein Hofladen mit Café, der als neuer Anziehungspunkt dient. Das Bahnhofsgebäude soll durch eine kleine Kochschule wiederbelebt werden, in der das Kochen mit heimischen Obst-, Gemüse- und Kräutersorten gelehrt werden soll.

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Facts

Hochschule:
Leibniz Universität Hannover

Lehrstuhl:
Regionales Bauen und Siedlungsplanung

Präsentation:
16.07.2019

Abschluss:
Master

Rubrik:
Verkehrsbauten

Software:
ArchiCad, Photoshop, Illustrator

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