[DE|RE]STructed - DEvelopment of DEsign STrategies for REusing STructural STeel

Vom Parkhaus zur Mobilitätsstation

Hilke Manot / Universität Kassel
Vor dem Hintergrund aktueller ökonomischer und ökologischer Fragestellungen gewinnen bestehende Baustrukturen im Sinne des Urban Mining als anthropogenes Material- und Bauteillager zunehmend an Bedeutung. Die Betrachtung des Gebäudebestands als Ressourcenspeicher eröffnet neue Möglichkeiten, die Wiederverwendung von Rohstoffen in einem geschlossenen Kreislaufsystem zu fördern, damit die Wertschöpfungskette von Materialien und Bauteilen zu verlängern und auf diese Weise langfristig Ressourcen zu schonen, Energie einzusparen, Abfall zu vermeiden und CO2-Emissionen zu verringern. In diesem Zusammenhang bietet vor allem die Wiederverwendung von Bauteilen aus Stahl ein bisher kaum genutztes Potenzial, auch weil diese aufgrund von variierenden Geometrien, Abmessungen oder Mengen zu spezifischen Herausforderungen führt, um bei der Implementierung in einem neuen Kontext zwischen dem vorhandenen Materialbestand und einer angestrebten Zielsetzung angemessene Lösungsansätze zu finden
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Auf Grundlage der Erkenntnisse einer vorangegangenen Analyse zum Stahlbau in Deutschland und unter Berücksichtigung der abnehmenden Bedeutung innerstädtischer Parkhäuser im Kontext der Verkehrswende, wurde ein entsprechendes charakteristisches Referenzbauwerk im Kerngebiet von Frankfurt am Main als exemplarisches Materiallager für die Wiederverwendung der enthaltenen Bauteile durch eine Bestandsaufnahme analysiert. Die verbauten Komponenten wurden dabei hinsichtlich Geometrie, Abmessungen und Mengen innerhalb einer Bauteilbibliothek klassifiziert, anhand derer anschließend die Entwicklung von spezifischen Entwurfsprinzipien und -strategien erfolgte.

Die folgende Ausarbeitung zeigt, wie die aus dem Parkhaus erfassten Bauteile entsprechend der Grundidee „Vom Parkhaus zur Mobilitätsstation“ in einer neuen Architektur Anwendung finden können. Dadurch wird der Nachhaltigkeitsaspekt nicht ausschließlich auf die Wiederverwendung der Bauteile selbst begrenzt, sondern in diesem Kontext auch im Hinblick auf die neue Funktion erweitert. Die Bauteile mit Ursprung des Parkhauses, das als rein funktionale und einseitige Architektur für Autos dem reinen Zweck des Parkens dient, werden in einer Architektur für Alle, die mehrere Funktionen vereint und gleichzeitig für eine neue umweltbewusste Mobilität steht eingesetzt.

Dabei wird zum einen veranschaulicht, inwiefern eine Wiederverwendung von Bauteilen aus Stahl als neuer Entwurfsparameter interpretiert und die Formensprache und Gestaltung einer Architektur im kreislaufgerechten Bauen der Zukunft durch spezifische Designstrategien und -prinzipien beeinflusst werden könnte. Zum anderen zeigt sich, in welchem Maß eine entsprechende Entwurfsmethodik einen positiven Beitrag hinsichtlich bestimmter ökonomischer und ökologischer Aspekte leisten und auf gleiche Weise eine Sensibilisierung der Gesellschaft bezüglich eines nachhaltigen Umgangs mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen vorantreiben.
Text von Hilke Manot.

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Facts

Hochschule:
Universität Kassel

Lehrstuhl:
Tragwerksentwurf | Prof. Dr.-Ing. Julian Lienhard | M.Sc. Seyed Mobin Moussavi

Präsentation:
23.03.2022

Abschluss:
Master

Rubrik:
Verkehrsbauten

Software:
Rhino | Adobe Illustrator | Adobe InDesign | Adobe Photoshop

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