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Kanada

Kanada kündigte im Februar 1998 sein Neubauvorhaben mit einem Grundstückskauf an. Das Areal ist 2.500 Quadratmeter groß und liegt an der Nordwestecke des Leipziger Platzes. Nach Ansicht des kanadischen Botschafters ist der Baugrund „das schönste Grundstück Berlins“: Die Südostfassade öffnet sich zum Leipziger Platz, die Nord- und Westseite bilden die Ecke zwischen Voß- und Ebertstraße.
Der Neubau entsteht als Public-Private-Partnership: Das Grundstück gehört dem Staat Kanada, Bauherr des neuen Gebäudes ist jedoch eine Tochter der Hannover Leasing GmbH & Co. KG. Die geplante Refinanzierung der Baukosten beruht im Wesentlichen auf der Vermietung des Objektes. Auch die kanadische Botschaft zieht als Mieter in einen Teil des Gebäudes ein, nach 35 Jahren Laufzeit findet die Übertragung an den Staat Kanada statt.

Vom Leipziger Platz blickt der Passant auf eine vertikal betonte, symmetrische Steinfassade, die nach dem Willen der Architekten „kraftvoll und einladend“ aufsteigt. Wie die benachbarten Häuser ist die Botschaft zum Platz hin mit neun Geschossen etwas höher als die typische Berliner Traufkante von 22 Metern. Öffentlich zugängig sind gemäß der Bauaufgabe aber nur die unteren Etagen. Der Botschafter selbst bezieht Büroräume im 6. Obergeschoss an der Ecke Voßstraße / Ebertstraße, von dort aus haben er und seine Mitarbeiter einen freien Blick bis zum Reichstag.
Trotz nobler Zurückhaltung in Form und Materialwahl soll der Flaneur sich eingeladen fühlen, den geplanten passagenartigen Durchgang durch das Gebäude zu benutzen. Dort erwarten ihn Ausstellungshalle, Auditorium und Informationszentrum, aber auch verschiedene Läden und ein Café.

Der Kern des Gebäudes wird von einer zehneckigen, nahezu zylindrischen „Timber Hall“ gebildet, die aus dem umgebenden zweigeschossigen Innenbereich des Gebäudes ihr Glasdach auf die Höhe von ca. fünf Geschosse emporreckt. Sie wurde in kanadischer Holzrahmenbauweise errichtet. In ihrem Erdgeschoss befindet sich die Ausstellungshalle, die auch als Versammlungs- und Empfangsbereich genutzt werden kann. Das erste Obergeschoss fungiert als hochmoderner Konferenzraum. Mit einer Douglastanne-Verkleidung aus British Columbia, dem Bodenbelag aus Quebecer Ahorn und einer gewendelten Treppe, deren Stufen aus Ontario-Kalkstein bestehen, ist die „Timber Hall“ das symbolhaft Kanadische des Botschaftsgebäudes.
Von der Ebertstraße aus zeigt sich der Bau ganz der klassischen Moderne verpflichtet, ohne sie zu imitieren – er spielt mit Kontrasten zwischen Vertikale und Horizontale, offener und geschlossener Fassadengestaltung. Der Bereich über dem Eingang aus verglaster Beletage und die darüber schwebender Stahl-/Glaskonstruktion bilden sowohl Kontrast als auch Ergänzung zur zurückhaltenden Kalkstein-Lochfassade.

Grundstück

Leipziger Platz 17, 10117 Berlin

Architekten

Kuwabara Payne McKenna Blumberg (Toronto), Gagnon, Letellier, Cyr (Québec City), Smith Carter Architects (Winnipeg), Vogel Architect (Toronto)

Bauherr

Außenministerium des Staates Kanada

Verfahren

Zweistufiges Architektenauswahlverfahren

Entscheidung

März 1999

Fertigstellung

voraussichtlich Februar 2005

Links

Website der Botschaft
Website der Architekten

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