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05.08.1998
Keine Konkurrenz zum Mahnmal
„Stiftung Deutsches Holocaust-Museum" vorgestellt
Am 4. August 1998 stellte sich die im Juni in Hannover gegründete „Stiftung Deutsches Holocaust-Museum“ mit einer Pressekonferenz in Bonn vor. Bereits vor fünf Jahren hat die Initiative zur Gründung dieser Stiftung begonnen, sich für die Errichtung einer zentralen Dokumentations- und Informationsstätte über den Nationalsozialismus einzusetzen.
Die „Stiftung Deutsches Holocaust-Museum“ hat das Ziel, breite Aufklärungsarbeit über die Verbrechen, Täter und Opfer des Nationalsozialismus zu leisten. Zu diesem Zweck soll ein „Deutsches Holocaust-Museum, Zentrum für Dokumentation und Information über Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Lern- und Forschungsstätte für Frieden und Humanität“ gebaut werden. Der Standort für das Museum steht noch nicht fest, Berlin wird aber von vielen Stiftungsmitgliedern favorisiert. An dem Planungsprozess für das Projekt sollen sich nach dem Wunsch der Stiftung möglichst viele Personen aus allen Parteien beteiligen. Die Finanzierung des Projekts soll vom Bund, den Ländern und Gemeinden sowie von privaten Unterstützern gesichert werden. Im Kuratorium der Stiftung sitzen neben prominenten Politikern unter anderem auch Günter Grass und Ralph Giordano.
Die Stiftung betont, daß ein Holocaust-Museum keine Konkurrenz zu bestehenden Gedenkstätten sowie dem in Berlin geplanten Holocaust-Mahnmal darstelle. Es gehe um andere Inhalte und Fragen, vor allem die, wie „diese Barbarei in einem zivilisierten Land des 20. Jahrhunderts geschehen konnte, etwa in der Justiz, in den Medien in den Wissenschaften, in der Erziehung usw.“. Durch die Erörterung solcher Hintergrundfragen solle das geplante Museum zu einem Ort der lebendigen Aufklärung werden und die Arbeit an Gedenkstätten nicht ersetzen sondern ergänzen.
Konkrete Aussagen über den Zeitplan zur Errichtung des Museums bzw. einen möglichen Architekturwettbewerb konnten zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht getroffen werden. Hans-Jürgen Häßler, Stifter und Begründer der Initiative, verwies gegenüber dem BauNetz aber auf das 1993 fertiggestellte Holocaust-Memorial des Architekten James Ingo Freed (Pei, Cobb Freed & Partners, New York) in Washington. Um ein vergleichbar bedeutendes Projekt in Deutschland realisieren zu können, sei ein international ausgeschriebenes Verfahren das Ziel.
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