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25.05.2007
Gehe nicht über den Pariser Platz!
Diskussionsveranstaltung in Berlin
Am 30. Mai 2007 findet am Pariser Platz in der Akademie der Künste (AdK) zu Berlin die Gesprächsrunde „Gehe nicht über den Pariser Platz!“ statt.
Angstarchitektur, Duftproben und Kameraüberwachung: Begriffe, die inzwischen zu Dauergästen in den Medien geworden sind. Nicht zuletzt die Sicherheitsmaßnahmen für den G8-Gipfel in Heiligendamm Anfang Juni dürften Anlass genug zur Frage geben, ob der öffentliche Raum der Städte noch ein Sinnbild bürgerlicher Freiheit und Emanzipation ist, oder ob nicht inzwischen auf mehr oder weniger subtile Weise ein- und ausgegrenzt wird.
„Den Zugang zum öffentlichen Raum zu kontrollieren war zu allen Zeiten ein probates Mittel der Unterdrückung. Es scheint, als würde das hingenommen, wie die allgegenwärtige Überwachung, die aus dem anonymen Flaneur den beobachteten Passanten macht“, schreibt die AdK in ihrem Ankündigungstext zur Gesprächsrunde mit Olaf Arndt (Künstler), Werner Sewing (Architektur- und Stadtsoziologe), Gilles Duhem (Volkswirt und Stadtplaner), Fritz Sack (Kriminalsoziologe) und Rena Wandel-Höfer (Architektin).
Nicht ohne Grund heißt die Veranstaltung „Gehe nicht über den Pariser Platz!“, denn der Platz am Brandenburger Tor ist selbst das beste Beispiel für diese neuen Einschränkungen. Zu Mauerzeiten eine streng bewachte „No-Go-Area“, wurde die Freude über die neuen Stadtplatzqualitäten mit dem Bau der amerikanischen Botschaft erneut getrübt. Die schleichende Inbesitznahme und Überwachung des öffentlichen Raumes findet hier wieder statt: Kameras, ein Gebäude, das einer Festung gleicht und Panzersperren, unsichtbar ausfahrbar unter dem Pflaster versteckt, sichtbar als Stadtmöbel getarnt.
Bekommen wir eine andere Stadt oder haben wir sie vielleicht schon?
Till Wöhler
Gesprächsrunde am 30. Mai 2007, 18 Uhr im Plenarsaal der Akademie der Künste, Pariser Platz 4, Berlin; Tel. 030-200571000.
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