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29.07.2011

Berlinische Architektur

Zum Tod des Soziologen Werner Sewing


Architektursoziologie ist ein relativ rares Fach. Werner Sewing war Architektursoziologe, als Gastprofessor hatte er bereits an einer Reihe von Hochschulen gelehrt, darunter FU Berlin, TU Berlin, UdK Berlin, Bauhaus-Universität Weimar, TU Braunschweig, Universität Stuttgart und University of California in Berkeley. Aber eine feste Lebenszeitprofessur hat er erst im Jahr 2008 erhalten: an der Uni Karlsruhe, die  heute als Karlsruher Institut für Technologie (KIT) firmiert. Werner Sewing konnte dort nur noch drei Jahre wirken: Er ist am 27. Juli 2011 in Berlin einer Krebserkrankung erlegen.

Werner Sewing wurde 1951 in Bielefeld geboren. Sein Wohnort und Arbeitsumfeld war jedoch viele Jahre lang Berlin; ein geplanter Umzug nach Karlsruhe konnte nicht mehr stattfinden. Berlin war auch sein großes Thema. In der legendären Arch+-Ausgabe „Von Berlin nach Neuteutonia“ von 1994 stach Sewings kritischer Beitrag über „Berlinische Architektur“ hervor und machte den Soziologen schlagartig zu einer festen Größe in der Architekturszene.

In der Berliner Architekturdebatte war Sewing eine bedeutende Stimme; er anaylsierte nicht nur die politischen Machtverhältnisse in der Ära Stimmann, sondern ordnete auch die handelnden Personen und Architekten den bestehenden Tendenzen namentlich zu. Seine in der Sache oft scharf und deutlich geäußerte Kritik stand dabei in einem auffälligen Gegensatz zu seinem warmherzigen Wesen und seiner Offenheit gegenüber Menschen. Die Architektursoziologie in Deutschland hat mit Werner Sewing einen ihrer Besten verloren. (-tze)


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