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19.04.2017

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About: Schornstein

Wohnhaus von dekleva gregoric in Slowenien


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Geht es um zeitgenössische slowenische Architektur, ist schnell die Rede vom Spagat zwischen kulturellem Erbe und Aufbruchsstimmung in einem Land, dessen Geschichte von unterschiedlichen Machtstrukturen und seiner Lage zwischen territorialen Interessensgebieten geprägt war. Das Büro von Tina Gregorič und Aljoša Dekleva (Ljubljana) gehört zu den spannendsten Vertretern ebendieser jungen Architektur, und auch bei ihrem aktuellen Projekt lässt sich der Versuch ablesen, zwischen verschiedenen Polen Brücken zu schlagen.

Waren es bei ihrem 2014 fertiggestellten Compact Karst House nahe der italienischen Grenze die Verschlossenheit der für die lokalen Karstdörfer typischen Wohnbauten und die Nutzungsanforderungen einer jungen Familie an die Architektur, so ist es bei diesem Haus für ein junges Paar vorwiegend die Vermittlung zwischen sakralem und vernakulären Nachbarn in der Peripherie der 30 Kilometer südwestlich von Ljubljana gelegenen Kleinstadt Locatec.

Interessanter, als den bei dieser Vermittlung entstandenen Dialog zwischen Schuppen, Giebeldächern und Kirche aus dem 16. Jahrhundert nachzuerzählen, ist jedoch beim Chimney House die Arbeitsweise, mit der sich dekleva gregorič an das Bemühen um Ausgleich begeben haben: Strukturell wurden Kontext und zu gestaltender Raum analysiert und seziert, Archetypen ausgemacht und weiterentwickelt und als Referenzen zurück ins Räumliche überführt. Das entstandene Volumen entspinnt sich ebenso wie Grundriss und die Gestaltung des Innenraumes mit dem Schornstein um ein zentrales Entwurfsthema.

Die Archaik und Bildhaftigkeit, die das Thema, einmal ernst genommen, entwickelt  – die Funktion des Herdes als Licht-, Essens- und Wärmequelle, die Aufladung des Materials Holz – verstand das Büro in den Entwurf zu integrieren, aber elegant durch die geometrische Klarheit ihrer Interpretation zu brechen. So ist das Chimney House frei von Kitsch – und letzlich doch ein weiteres Paradebeispiel einer spezifisch slowenischen Interpretation eines kritischen Regionalismus. (kms)

Fotos: Flavio Coddou


Zum Thema:

Mehr zur Architektur Sloweniens unter der Last der Wirtschaftskrise in der BauNetzWoche#355


 
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