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29.11.2017

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Living in a Container

Wohnhaus von LOT-EK in New York


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Nach sieben Tagen stand die Gebäudehülle des eigenwilligen Einfamilienhauses mit dem Namen „Carroll“ in Brooklyn fast vollständig. Die Bauweise mit der schnellen Aufstellzeit haben sich die Architekten des Projekts, das New Yorker Architekturbüro LOT-EK, schon häufiger zu Nutzen gemacht. So verwendeten sie bei früheren Projekten, etwa der Apap Kunstschule in Südkorea oder der Puma City, ebenfalls Schiffscontainer.

Der Schiffscontainer, auch ISO-Container genannt, wurde in den 1930ern erfunden und wird seit den 1950er Jahren beim Warentransport verwendet. Er ist normiert auf eine Länge von 20 oder 40 Fuß, was rund 6 bzw. 12 Metern entspricht. Bei diesem Projekt wurden 21 Schiffscontainer mit einer Länge von 40 Fuß zu vier Geschossen plus Dachterrasse gestapelt. Die Container wurden diagonal eingeschnitten und lassen so Licht und Luft in die Geschosse. Gleichzeitig erhält jede Ebene eine eigene Terrasse, die durch ihre schrägen Seitenwände vor Blicken geschützt ist.

Die Parzelle hat für Brooklyn typische Abmessungen von 25 x 100 Fuß, liegt aber an einer Straßenecke. So erhält die Townhouse-Typologie, die meist nur eine schmale Front- und Rückfassade aufweist, hier zusätzlich eine lange Seitenfassade. In diese sind schmale Fensterschlitze eingeschnitten – so bleibt die industrielle Containeroptik erhalten. Im Inneren bilden sich die Schlitze als Lichtfugen abbilden. Im ersten Stock befinden sich Küche, Wohn- und Esszimmer, von dort aus führt eine Treppe nach oben in die Bibliothek mit Studierraum.

In den oberen Geschossen sind die Schlaf- und Kinderzimmer angeordnet. Das Erdgeschoss ist leicht in den Boden versenkt, hier ist die Garage untergebracht. Der Zugang von der Straße ist angeschrägt, darüber befindet sich ein sogenanntes Medienzimmer, mit tribünenartig abgetreppten Stufen und einer großen Projektionswand. In einem so modernen Gebäude kann man dann getrost auch mal ein Historienfilm anschauen. (kh)

Fotos: Danny Bright


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Auch interessant: Es rappelt in der Kiste. Baunetzwoche #181 über Bauen mit Containern


Kommentare

11

°_° | 01.12.2017 18:57 Uhr

Definition von Kitsch

Ich möchte die Diskussion um die These ergänzen, dass zumindest die Hülle (nicht die räumliche Struktur) der Inbegriff von Kitsch ist.
Weshalb dieser Container-style? Zum wiederholten Mal wird die Container-Verwendung als raffiniert-pragmatisches Bausystem dargeboten. Tatsächlich eignen sich Container in den seltensten Fällen für bauliche Anwendungen und müssen mit viel Aufwand umgemodelt werden um die erforderlichen Funktionen leisten zu können. Nichts daran ist lässig. Man findet sicher auch Wege, Gebäude aus Gießkannen zu bauen.

10

claus | 01.12.2017 12:55 Uhr

sozialethik und würdigung

ich denke schon, dass man auch in architekturforen über sozialethik in architektur und städtebau/-planung sprechen muss. wenn wir das nicht tun, degradieren wir uns zum tumben ausführenden. befehl ist befehl mag bequem sein, überlässt städte und architektur aber kampflos unbildung, ungeschmack und maximalen gewinnstreben.

neid ist ein gern genutztes totschlagargument. und ja, sicher sind debatten über reichtum (oder erfolg) auch häufig neidgetrieben, leider. aber die frage nach einem sozialerem umgang mit flächen (gerade in der stadt) ist nicht unwichtig und hat - zumindest grundsätzlich - erst einmal nichts mit neid zu tun.

allerdings finde ich, dass besonders das vorliegende projekt keinen guten anlass für diese debatte darstellt. es ist ein sehr schönes und durchgehend stimmiges stadthaus entstanden, welches die architektur weiterbringt. die Bauherren haben geschmack, mut und wohl auch vertrauen in die architekten bewiesen. das muss man in jedem fall anerkennen und würdigen.

große, gewinnoptimierte investorenprojekte wie das stuttgarter dorotheen quartier oder spekulationsbauten in beliebigen deutschen großstädten taugen dafür besser zur debatte...

9

solong | 01.12.2017 09:56 Uhr

... und der neid ....

führt zur ... sozialethikdebatte ... dies ist ein architekturforum ... was an dem gebäude bemerkenswert ist ... die konsequente getaltung mit den oxidierten container ... ich kenne kein projekt wo das so durchgängig durchgehalten wurde ... es wirkt dadurch fast temporär im heterogen umfeld ... ich finde die kollegen verdienen wirklich respekt ....

8

Superreich | 30.11.2017 22:29 Uhr

Stark und Schön

Es gibt Menschen den gehören Grundstücke und darauf bauen sie Häuser. Was hat das mit Superreich zu tun ? Ohne solche Leute hätten Architekten nichts zu tun. Wenn in einer Familie Geld und Geschmack da ist, kann so was Rauhes und Schönes entstehen.
Mal ehrlich, tiny houses und Mini- Wohnungen sind doch keine Lösung, für Familien ungeeignet. Immer lieber so als Platte 4.0 !

7

eccomi | 30.11.2017 19:52 Uhr

cool

Ich finde es ziemlich cool! Ob ich gerne in Stahlwänden wohnen würde, ist eine andere Frage. Aber ein echter Hingucker ist es schon! Und das freut mein Architektinherz. Auch wenn da Superreiche ein Grundstück für sich in Anspruch nehmen.

6

Visionär | 30.11.2017 17:22 Uhr

Na ja

Inneneinrichtung ist ja ganz okay, aber von außen?? Da sieht es aus, als ob jemand ein paar Schrottcontainer übereinander gestapelt hat. Passt eher in ein Hafengebiet.

5

Archiknecht | 30.11.2017 16:12 Uhr

sozialromantik...

...braucht keiner ! gibt es nur in berlin

4

Sozialromantik | 30.11.2017 13:58 Uhr

Gretchenfrage

Also, wenn ich dieses Projekt so betrachte, dann kommt Wut in mir auf. Klar, es gibt Menschen, die sich in Städten solche Häuser leisten können und es wird sicherlich auch immer Architekten geben, die solche Projekte planen und durchführen werden, aber ich frage mich wirklich wieso! Was soll das? Ist es nicht längst an der Zeit, unser Tun zu hinterfragen und Projekte wie dieses nicht mehr zu entwerfen und dann zu genehmigen? Wohnraum ist knapp, egal in welcher Stadt und ich finde: Städte sollten für alle Menschen sein, nicht nur für die "Superreichen"...

3

Marvin Gaye | 30.11.2017 12:02 Uhr

Gutes Timing

Pünktlich zum neuen Star Wars film !

2

claus | 30.11.2017 11:04 Uhr

zustimmung

ich finde es ganz schön, wie hier die terrassentypologie mit der städtischen kante zusammenkommt und die blockkante klar ausgebildet wird.

@peter: der film ist ein etwas durchgedrehter abenteuerfilm aus den 60ern. mit einem rennauto mit speziellen fähigkeiten und einem bösen deutschen baron. sehr sehenswert. :D

1

peter | 29.11.2017 23:19 Uhr

sehr geil

unglaublich gut!
nur was guckt der junge da im fernsehen?

 
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