Kompakte Komposition
Wohnhaus in Berlin von guidoneubeckarchitekt
Zwischen alten Bäumen und Villen aus den 1930er Jahren wurde in Berlin-Pankow neu gebaut. In einem kleinen weißen Einfamilienhaus fügen sich die Räume zu einer kompakten Komposition. Der Entwurf des Berliner Büros guidoneubeckarchitekt hatte die Bauherren in einem privaten Wettbewerb mit fünf Teilnehmern überzeugt.
Leicht zurückgesetzt von der Linie der Nachbarbauten, entstand das Haus auf einer Grundfläche von elf mal elf Metern. Durch die geschickte Grundrissorganisation auf versetzten Ebenen brachte Architekt Guido Neubeck, ehemaliger Projektarchitekt bei zanderroth architekten, das umfangreiche Raumprogramm mit fünf Schlafzimmern, zwei Arbeitszimmern, Gästezimmer und Sauna kompakt in vielseitigen Raumsituationen unter. Zentrum des Familienlebens bilden zusammengeschlossene Gemeinschaftsräume unterschiedlicher Deckenhöhe mit einem „Kaminmöbel als Einheit aus Treppe, Sitzbank, Medienschrank und Stauraum“. Der „erlebbare Treppenraum mit Quer- und Durchblicken dient auch zur natürlichen Belichtung der innenliegenden Räume“.
Aussparungen im Würfel ermöglichen eine interessante Verzahnung mit dem Außenraum wie im Carport an der Westecke und mit bodentiefer Verglasung zum sogenannten „Kassettengarten“. Holz im doppelgeschossigen Garderobenraum und Sichtbeton in der Küche, weiße Wände und Naturstein am Kamin – die Innenraumgestaltung überzeugt durch sorgfältig ausgewählte Materialästhetik. Einzig der Fußboden im Eingangsbereich ist geschmackvoll ornamentiert. Der „zeitgemäße und dauerhafte Lebensraum“ für eine Familie ist den Architekten gelungen. (dd)
Fotos: Simon Menges
Interessieren würde mich eher, ob die Belichtung in allen Räumen ausreichend und darüberhinaus schön ist, denn das zeigen die Fotos nicht. Wichtig ist doch das Haus an sich und hier ist anscheinend ein schönes Stückchen Architektur in einem Neubaugebiet gelungen ! Die Fassade ist verspielt, könnte mit mehr Farbigkeit auch als örtliche Kita durchgehen, aber gefällt mir viel besser als die übliche starrköpfige Moderne...
Bei den Bildern blieb mir der Eindruck, dass dem Entwurf der Mut zur Farbigkeit verwehrt wurde, so dass sich eine gewisse lockere Verspieltheit durchzöge... Aber es ist wie immer schwierig das anhand ein paar Bilder beurteilen zu können, gerade wenn sie so nackig und unmöbliert sind. Ich vermute, dass sich die hohe Brüstung im Wohnbereich dann auch wegguckt... Die Strenge ist es, die mich auf dem ersten Blick ein etwas abstößt... Kosten vs. Details: hat es den Kosten gelegen, dass manche konstruktive Fluchten von Anschlußdetails nicht passen und das Attikablech der art hervorsticht? Sind das Plastikfenster mit unterschiedlichen Laibungen? Ich vermute WDVS-Fassade? Für mein Auge beißt sich eine gewisse Materialernsthaftigkeit mit einer etwas willkürlichen Bauteilzusammensetzungen, die im Zusammenspiel Material/Detailkonstruktion dissonant scheinen. Ansonsten erscheint mir das Material innen hochwertig und mit Leidenschaft erdacht... klar das ist außenrum noch etwas nackig. ...gefällt mir ansonsten, wenn das Grün drumrum das Häusle hübsch einpackt... Der Garten hinten raus gefällt mir gut... die negative und hämische Härte des ersten Kommentars kann ich wirklich nicht verstehen...
...Fertighausnachbarn. ...Hutkrempen an der Attika. ...schmale, hohe Räume. ...beliebige Fensterformate. ...Fassadenansichten aus der Hölle. Alles in diesem Haus. Schade.