Auf der Sandinsel
Wohnhaus in Amsterdam von Pasel Künzel
Rom ist berühmt für seine sieben Hügel, in Amsterdam entsteht seit Ende der 90er Jahre auf sieben künstlich aufgeschütteten Sandinseln der neuer Stadtteil Ijburg. Die Lage ist begehrt, die Häuser stehen entsprechend eng und bieten trotz der Wassernähe oft keinen Blick darauf. Anders bei einem neuen Wohnhaus von Pasel Künzel Architects (Rotterdam, Berlin, München), die dem Wassergrundstück großzügige 307 Quadratmeter Wohnfläche abgetrotzt haben.
Diese verteilen sich auf zwei Baukörper: einen horizontal ausgestreckten Wohnwürfel und einen schmalen, aber tiefen Schlafturm, wo neben dem Elternschlafraum auch die Kinder- und Gästezimmer untergebracht sind. Obenauf sitzt eine Dachterrasse; zusammen mit dem Garten ist also zudem viel Freifläche geboten.
Das Haus ist mit sägerauen, weiß gebeizten Douglasiebohlen (Nadelholz) recht ungewöhnlich verkleidet. Sie sind horizontal angeordnet und ergeben im Gesamtbild ein dezentes Streifenmuster. Als Gegensatz haben die Architekten schwarz gerahmte große Fenster in die Hülle geschnitten – das Haus öffnet sich zum Wasser mit einer zwölf Meter breiten Glasfront. Aber auch zur Straße gibt es sich einladend, denn große Fenster zeigen zu dem eingezogenen Hof, der den Übergang zwischen öffentlichem und privatem Raum darstellt.
Fotos: Marcel van der Burg
Aber mein Bild von Esthetik und gestalterischem Anspruch ist der Bau wirklich nicht. Und da man eben bei so einer Armut an Formen nicht viel falsch machen kann, könnte man die Frage stellen, ob der Architekt eben nicht mehr kann.
Sorry aber die Form ist wirklich sehr banal. Da muss ich User Elsmeier recht geben. Nur rechte Winkel und eine ausgeprägte triviale Containerform sind doch etwas wenig. Die angeblichen "schönen schlichten Details" sind wohl nur ein akademisch abgehobener Ausdruck für genau diese Schwäche der belanglosen Kastenform.
@Elsmeier: Was das spannende daran ist? Eine spannende und ungewöhnliche Proportion mit breit lagerndem Erdgeschoss das sich auf den Garten bezieht und steil aufragenden, schmalen Obergeschossen. Der eingeschnittene Patio als vorgeschalteter Erschließungsraum. Der Wohnraum, eingespannt zwischen Hof und Garten und so mit maximalem Außenbezug. Der inszenierte Blick übers Wasser. Präzise gesetzte und proportionierte Öffnungen. Schöne, schlichte Details. Sorgfältige Materialwahl. Und bei allem doch nicht zu selbstverliebt sondern noch mit einer gewissen Selbstverständlichkeit behaftet. Das sollte man schon erkennen können...