Chasa Reisgia
Wohngebäude in Graubünden fertig
In der Schweiz wurden wir auf einen ungewöhnlichen Mietwohnungsbau aufmerksam: Im Bergdorf Ftan in Graubünden wurde letztes Jahr das Bauprojekt „Chasa Reisgia“ fertig gestellt und vor kurzem bezogen. Das Besondere: Dahinter steckt keine Immobiliengesellschaft, sondern die gleichnamige privat gegründete Genossenschaft Chasa Reisgia, die sich vor vier Jahren extra für das Wohnprojekt gegründet hatte.
Entworfen und geplant wurde das Projekt von dem Schweizer Büro Padrun Architektur aus Guarda, die sich gegen fünf weitere Entwurfsvorschläge in einem Wettbewerb durchgesetzt hatten. Nun steht das Wohnensemble aus Sichtbeton und den schlichten schwarzen Giebeldächern zwischen den rot gedeckten Satteldächern der benachbarten Mehrfamilienhäuser auf dem sogenannten Sonnenhang.
Das genossenschaftliche Bauprojekt mit insgesamt 1.320 Quadratmeter Wohnfläche setzt sich aus einem dreigeschossigen Wohnhaus mit sechs familienfreundlichen Wohneinheiten und einem kleineren zweigeschossigen Bau mit 4 Wohnungen zusammen. Der niedrige Bau steht im rechten Winkel zu dem Hauptwohnbau. Der dazwischen liegende Außenraum wird zum Gemeinschaftsraum und ist mit einem Spielbereich und Sitzbänken ausgestattet. Die Zugangswege zu den beiden Wohnhäusern erinnern an schmale Gassen, die von den Vorplätzen ins Treppenhaus zu den Wohnungen führen.
Auffallend ist an dem Wohnprojekt vor allem die strenge Rasterung der Fassaden. Diese sind durch gleich große Ausstanzungen von 150/150 Zentimetern gegliedert. Die quadratischen Fenster aus Fichtenholz liegen leicht vertieft in der Sichtbetonschicht. Wegen der unterschiedlichen Höhen der inneren Brüstungshöhen in den einzelnen Geschossen sind die Fenster von 100/100 Zentimeter mit deren Rahmenverbreiterungen aus Lärchenholz in der Höhe unterschiedlich positioniert. Mit dieser Optik wollen die Architekten an die traditionellen Trichterfenster der Engadiner Bauernhäuser erinnern. Mit den regelmäßigen Fenstereinteilungen soll ein Bezug zu den nach dem Dorfbrand von 1885 entstanden Wohnbauten im damals modernen norditalienischen Baustil geschaffen werden.
Hilfe, toter gehts ja gar kaum noch. Die Spielerei mit den Rahmenstärken der Fenster ist ja wieder mal so eine richtig hirnrissige Architektenverkopferei. Unsäglich daneben Schöne Landschaft, schlimme Gebäude .
der sichtbeton ist sicherlich nicht so schön geworden und die kombination mit dem holz etwas unglücklich. von marte.marte hat man hier shcon vergleichbares sehr viel schöner gesehen. ich spekuliere jedoch darauf, dass das die materialien nachdem ein wenig zeit vergangen ist zueinander finden. dem typus geschuldet versprechen die grundrisse leider viel düsternis. hier hätten ein paar durchblicke sicher eine verbesserung gebracht. es gibt also zwar einiges zu kritisieren, aber ich finde es als beitrag zum mehrfamilienhaus trotzdem um längen besser als das meiste, was zur zeit in deutschland in ähnlichen kontexten zur zeit passiert.
Die vorliegende Arbeite scheint, soweit von den Fotos eine Einschätzung möglich ist, wenig gelungen. Die Verbindung von Sichtbeton und Steildach mag ja noch angehen, aber dann würde man sich doch ein Dach wünschen, dass die Härte des Wandmaterials adäquat wiederspiegeln würde. Jetzt gewinnt man den Eindruck einer nachträglichen "Korrektur" eines kubischen Gebäudes durch den lokalen Heimatschutz. Die Holzfenster wirken grobschlächtig und auch die ornamentalen Brüstungen wirken wie ein Fehlgriff im Register. Holz ja, aber dann doch bitte nicht so anbiedernd. An den Grundrissen kann ich nichts wirklich Schlimmes entdecken. Unspektakulär, ja, aber auch kein wirklicher Faux-Pas.
vielleicht ist es ja in natura besser, aber die fotos machen keine lust auf eine reise dorthin.