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04.03.2016

Gutenberg und die Solitäre

Wettbewerb in Mainz entschieden


Die Stadt Mainz hat sich nicht nur als Heimat von Johannes Gutenberg um den Buchdruck verdient gemacht. Bereits vor über 100 Jahren wurde dort das Gutenberg-Museum gegründet, das neben mehreren Bibeln auch Schrift- und Druckstücke aus der ganzen Welt zeigt. Klingt etwas verstaubt? Das soll sich in den nächsten Jahren grundlegend ändern. In Zusammenarbeit mit ATELIER BRÜCKNER (Stuttgart) wagt sich das Museum an einen „Brückenschlag ins 21. Jahrhundert“. Künftig im Fokus: die Mediengeschichte im Allgemeinen, zu der gerade die Gegenwart eine Vielzahl an Entwicklungen beizutragen hat.

Um dieser Idee von einem „Museum der Zukunft“ Raum zu geben, ist eine substantielle Erweiterung des bestehenden Gebäudeensembles geplant. Seit 1927 residiert das Museum in einem prächtigen Renaissance-Palast, der nach dem Krieg zunächst wiederaufgebaut und dann über die Jahrzehnte mehrfach ergänzt wurde – zuletzt im Jahr 2000 durch Rossmann+Partner Architekten aus Nürnberg. Neben neuer Ausstellungsflächen sehen die geplanten Maßnahmen auch eine grundlegende Reorganisation des Bestands vor. Ein kürzlich entschiedener Wettbewerb brachte folgendes Ergebnis:


Der im beschränkten zweiphasigen Verfahren mit dem ersten Preis ausgezeichnete Entwurf von DFZ Architekten zeichnet sich von allen prämierten Beiträgen durch den radikalsten Eingriff in den Bestand aus. Sie verwandeln das Gutenberg-Museum, das sich im Moment in mehreren Bauten eng um einen gemeinsamen Hof drängt, in ein Ensemble von vier Solitären. Insbesondere gefiel der Jury die Idee eines freistehenden Bücherturms neben dem Altbau, der mit seiner skulpturalen Form das Museum stärker im Stadtraum sichtbar macht.

Die anderen Entwürfe folgen hingegen eher der bisherigen Strategie des Museums, neue Räume wie Jahresringe an die alten Gebäude anzulagern. Christoph Mäckler Architekten, EM2N und h4a architekten schließen dabei auf im Grundriss sehr ähnliche Weise den Hof hinter dem Altbau – ihre Architektursprache könnte unterschiedlicher allerdings kaum sein. Gläserne Transparenz trifft auf zurückhaltende Moderne trifft auf archaische Verschlossenheit.

Im Anbauen erproben sich auch Lederer Ragnarsdóttir Oei, allerdings folgen sie mit ihrem Volumen der Fluchtlinie des Altbaus bis weit in den Stadtraum hinein, was das umgebende Platzgefüge nachhaltig verändert. Das ermöglicht einerseits eine effektive Neuorganisation des Museums, lässt andererseits aber die älteren Gebäude etwas zu stark in den Hintergrund treten.

Prominent besetzt war die Jury des Wettbewerbs, der neben dem Vorsitzenden Wolfgang Lorch unter anderem Max Dudler, Werner Durth, Oskar Spital-Frenking, Kunibert Wachten und Peter Cachola Schmal angehörten. Die Umsetzung des Projekts ist in mehreren Bauabschnitten geplant, wobei die endgültige Entscheidung darüber, welche Gestalt das Museum in Zukunft erhält, erst im Sommer zu erwarten ist. (sb)


Zum Thema:


www.gutenberg.de

Die Ausstellung aller Entwürfe des Wettbewerbs unter anderem mit weiteren Beiträgen von AllesWirdGut, Barozzi Veiga, Benthem Crouwel Architects oder Ortner & Ortner ist noch bis zum 30. April 2016 im Foyer des Gutenberg Museums zu sehen. Im Rahmen dessen wird es auch weitere Führungen geben, weitere Details hierzu sind auf der Website zu finden.


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Zu den Architektenprofilen:

DFZ ARCHITEKTEN


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1. Preis: DFZ Architekten

1. Preis: DFZ Architekten

2. Preis: Christoph Mäckler Architekten

2. Preis: Christoph Mäckler Architekten

3. Preis: Lederer Ragnarsdottir Oei

3. Preis: Lederer Ragnarsdottir Oei

Anerkennung: h4a architekten

Anerkennung: h4a architekten

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